3,2 Millionen Euro investiert Neues Kinderhaus des St.-Lukas-Heimes in Papenburg


Papenburg. Auch wenn ein Ende der Bautätigkeiten auf den ersten Blick im neuen Kinderhaus des St.-Lukas-Heims in Papenburg für das ungeübte Auge nicht erkennbar sein mag: Die 30 Kinder sind vom 1955 errichteten Haupthaus in den Neubau am Gasthauskanal eingezogen. Sehr geschäftig geht es derzeit im Außenbereich sowie im neuen, rund 3,2 Millionen Euro teueren Gebäude zu. Am 9. September weiht Bischof Franz-Josef Bode das Haus ein.

Das Bild prägen zahlreiche Fahrzeuge von Handwerkern und Helfer, die eifrig Betten, Stühle und Tische tragen oder Handtücher auf die Zimmer verteilen. „Sind sie mit dem Programmieren der Schlüsseltransponder fertig“, fragt Rita von Höfen. Auch wenn sie zeitweise an allen Ecken und Enden mit Fragen überhäuft wurde, behielt sie den Überblick. Rund 40 Handwerker, aber auch Betreuer aus anderen Gruppen, sowie Angehörige von Mitarbeitern helfen freiwillig mit, die vielen Möbel und Kartons in die dafür vorgesehen Räume zu bringen. Die Kinder „fiebern“ schon sehr lange auf dem Umzug entgegen. Bereits vor zwei Monaten malte jeder der kleinen Bewohner mit einer Kunsttherapeutin ein Bild fürs Zimmer. Motive wie „Der kleine Prinz“ oder „Pippi Langstrumpf“ wurden in bunten Farben auf die mit Leinwänden bespannten Rahmen gebracht.

36 Plätze

36 Plätze stehen künftig zur Verfügung. Neben drei Regelgruppen finden zwei Intensivgruppen und eine Kurzzeitwohngruppe Platz im Neubau. Bisher waren die Kinder im 1955 errichteten Haupthaus untergebracht. Das entspricht inzwischen jedoch nicht mehr den Ansprüchen hinsichtlich der Privatsphäre, Pflege und Therapieangebote. Jedes Kind verfügt über ein eigenes Zimmer und teilt sich ein Bad mit einem Mitbewohner. Die Fenster in den Gemeinschaftsräumen wurden bis zum Boden gestaltet, um auch kleinen Rollstuhlfahrern den Ausblick ins Freie zu ermöglichen. „Das ist ohnehin ein besonderes Merkmal bei der Lage des Hauses. Egal wo man aus dem Fenster schaut, blickt man schnell auf grüne Flächen“, so von Höfen. In die Planungen waren nach ihren Worten auch die Mitarbeiter eingebunden. Jede der mit sechs Kindern belegten Gruppe verfügt zwar künftig über eine eigene Küche, doch die beiden Kochbereiche der zwei Intensivgruppen kann nur mit Billigung der Betreuungskräfte von den Klienten benutzt werden.

Teil des Kinderhauses ist auch das neue, sogenannte Kurzzeitwohnen. Es dient der Entlastung von Eltern, die ihre Kinder oder Jugendlichen mit Behinderungen grundsätzlich zu Hause betreuen möchten und lediglich in der Urlaubsphase oder beispielsweise an einem Wochenenden zur Betreuung gut untergebracht wissen möchten. Damit können pflegende Angehörige ihren Urlaub zur Reaktivierung der eigenen Kräfte nutzen. Ein Aufzug, aber auch Funktions- und Aufenthaltsräume für die Nachtbereitschaft sowie Mitarbeiter stehen in dem haus zur Verfügung. Zudem sind auch Therapieräume und ein Besucherzimmer vorgesehen.

Im Papenburger St.-Lukas-Heim werden rund 1500 Menschen mit Behinderungen oder Hilfebedarf von derzeit rund 1050 Mitarbeitern gefördert und betreut.