Dreiwöchigen Kinderfreizeit Kinder aus Gomel erkunden Segelflugplatz in Herbrum

Der Motorsegler konnte aufgrund des regnerischen Wetters zwar nicht abheben, die Kinder konnten die Flieger jedoch in der Halle bestaunen. Foto: Louisa MeerjanssenDer Motorsegler konnte aufgrund des regnerischen Wetters zwar nicht abheben, die Kinder konnten die Flieger jedoch in der Halle bestaunen. Foto: Louisa Meerjanssen

lmee Herbrum. Die Segelflieger und der Motorsegler mussten aufgrund des schlechten Wetters zwar auf dem Boden bleiben, trotzdem hatten 39 Kinder aus Gomel in Weißrussland die Möglichkeit, den Segelflugplatz „Alte Ems“ in Herbrum zu erkunden.

Kinder aus dem vom Reaktorunglück betroffenen Gebiet, besuchen das nördliche Emsland im Zuge der jährlichen dreiwöchigen Kinderfreizeit, die vom Kultur- und Förderverein der Region Tschernobyl/Gomel aus Aschendorf veranstaltet wird. Bei ihrem Ausflug nach Herbrum erfuhren sie zusammen mit ihren zwei Betreuerinnen aus Gomel und den Gastfamilien bei einem Vortrag von Rainer Altmeppen vom Segelflugverein auch etwas über den Segelsport. Dimitri Bytschinski, der selber als Segelflieger im Verein aktiv ist, übersetzte für die weißrussischen Zuhörer. Der Besuch der Kinder, die im Emsland und Ostfriesland auf Gastfamilien verteilt worden sind, soll laut dem Vorsitzenden Benno Freitag vor allem als Erholung dienen. „Die Region um Gomel wurde bei dem Reaktorunglück in Tschernobyl am schlimmsten getroffen. Die meisten Bewohner dort haben gesundheitliche Probleme“, erklärt Freitag. Neben einem erhöhten Risiko für Schilddrüsenkrebs treten Atemwegs- und Stoffwechselerkrankungen oder Diabetes gehäuft auf. „Forscher haben berechnet, dass es noch 15 Generationen dauern kann, bis sich die Lage wieder normalisiert. Das sind 400 Jahre“, mahnt er.

Der Förderverein setzt sich in der 500000 Einwohner zählenden Stadt besonders für die Kinder ein: „Unser derzeitiges Projekt ist ein Kinderheim in dem um die 100 Kinder unterkommen können“. Sie konnten bereits Baumaterial im Wert von 30000 Euro liefern lassen, der nächste Schritt sei laut Freitag die Beschaffung von Möbeln und die Renovierung des medizinischen Zentrums. Das Anliegen sei, die gesundheitliche Versorgung und die Wohnsituation vor Ort zu verbessern. Diese ist laut Freitag stellenweise „katastrophal“.

Der Förderverein, der momentan 90 Mitglieder zählt, ist dabei ausschließlich auf Spenden angewiesen. Auch die jährliche Erholungsfahrt nach Deutschland ist davon abhängig, wie viele Familien bereit sind, die Kinder im Alter von 8 bis 18 Jahren bei sich aufzunehmen. „Jeder kann sich melden. Je mehr Gastfamilien wir hier haben, desto mehr Kinder können wir einladen“, sagte Freitag.