Ems-Achse wirbt für duale Ausbildung Busemann will „Bildungsabwanderung“ aus Region stoppen

Über den Fachkräftemangel und notwendige Infrastrukturmaßnahmen sprachen (v. l.) Bernard Krone, Bernd Busemann, Bernhard Bramlage und Dirk Lüerßen. Foto: Aloys SchulteÜber den Fachkräftemangel und notwendige Infrastrukturmaßnahmen sprachen (v. l.) Bernard Krone, Bernd Busemann, Bernhard Bramlage und Dirk Lüerßen. Foto: Aloys Schulte

Papenburg. Der Fachkräftemangel ist in der Region ein bekanntes und sich verschärfendes Problem. Mit Initiativen und Projekten zur beruflichen Ausbildung auch ohne Abitur und Studium versucht die Ems-Achse mit Sitz in Papenburg gegenzusteuern.

Beim Besuch des zurzeit rund 470 Mitglieder ( Unternehmen und Institutionen) zählenden Vereins war sich Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) mit Vorstand und Geschäftsführung einig, dass die zunehmende Fixierung auf eine akademische Laufbahn einer der wesentlichen Gründe für den Mangel an Fachkräften ist. Für den Vorstandsvorsitzenden Bernard Krone (Werlte) ist die Wahl zwischen einer beruflichen Ausbildung zum Feinmechaniker oder einem Studium zu einer „Imagefrage“ geworden. Dabei habe sich das duale System aus schulischer und betrieblicher Ausbildung „sehr bewährt“. Busemann sieht in der hohen Zahl von Studienabbrechern ein deutliches Indiz dafür, dass viele Schüler und auch deren Eltern nicht hinreichend über Alternativen zum Besuch einer Hochschule informiert seien. Dort werde oft am Bedarf vorbei studiert, was sich unter anderem an der „Schar von Juristen“ zeige. Mit Veranstaltungen im Rahmen der Aktion „Abitur ist nicht alles“ verfolge die Ems-Achse den richtigen Ansatz“, so Busemann.

Wie groß die Probleme sind, verdeutlichte der stellvertretende Vorsitzende Bernard Bramlage. Er ist Landrat des Kreises Leer mit rund 160000 Einwohnern. „Jedes Jahr verlassen uns 250 bis 300 junge Leute im Alter von 18 bis 25 Jahren, um zu studieren.“ Es gehe jetzt darum, die Angebote für berufsbegleitende Studiengänge an den Standorten in Emden, Leer und Lingen auszuweiten, um den Trend zur „Bildungsabwanderung“ zu stoppen. Krone fügte hinzu, dass bei einer Arbeitslosenquote im Emsland von nur rund drei Prozent „jeder gebraucht“ werde.

Ein weiteres wichtiges Thema für die Ems-Achse, in deren Bereich etwa 900000 Menschen leben, ist der Ausbau der Infrastruktur. Die Stichworte sind laut Geschäftsführer Dirk Lüerßen der Ausbau der Europastraße 233, die Seeschleuse in Papenburg, die Bahnverbindung Groningen–Oldenburg und natürlich die Wasserstraße Ems mit dem Masterplan 2050.

Darüber hinaus hänge viel von einer Verbesserung der digitalen Vernetzung, den sogenannten Datenautobahnen, ab. Dies sei ein bedeutender Standortfaktor nicht nur für Unternehmen, so Lüerßen. Wegen der hohen Kosten für die Verlegung von Kabeln besonders im ländlichen Raum „werden wir Breitband aber nicht überall hinbekommen“.


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