Nicht überall schnelles Internet Breitband: Weiße Flecken in Papenburg bleiben

Von Mirco Moormann

Die „weißen Flecken“ – Internetverbindungen mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde – sollen so möglichst bald der Vergangenheit angehören. Foto: dpaDie „weißen Flecken“ – Internetverbindungen mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde – sollen so möglichst bald der Vergangenheit angehören. Foto: dpa

Papenburg. Das schnelle Internet soll auch in Papenburg möglichst schnell alle Haushalte erreichen. Die „weißen Flecken“, also Internetverbindungen mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde, sollen so möglichst bald der Vergangenheit angehören. Derzeit wird im Stadtgebiet von unterschiedlichen Netzanbietern das sogenannte Vectoring-Verfahren durchgeführt, um die Geschwindigkeit der Datennetze zu erhöhen.

Nach Aussagen von Wilfried Konnemann vom Breitband Kompetenz Zentrum Niedersachsen aus Osterholz-Scharmbeck wird es aber auch nach Abschluss des Vectoring-Verfahrens 2017 noch weiße Flecken in Papenburg geben. Aufgrund der hohen Reichweiten der Häuser zu den Verteilerkästen lasse sich diese Problematik in der Stadt mit der Vectoring-Technik nicht überall lösen.

Mit weniger auskommen

Zwar seien schon etwa 80 Prozent der Haushalte mit 30 Megabit pro Sekunde vernetzt, doch gebe es auch diejenigen, die mit zwei Megabit und weniger auskommen müssten. Im Vergleich dazu sei die Glasfaser-Technik, die vermehrt zum Einsatz komme, deutlich schneller. Doch seien hierfür auch die Kosten sehr hoch. Der größte Kostenfaktor für die Ausrüstung mit neuen Kabeln seien die Tiefbauarbeiten, die mit bis zu 80 Prozent zu Buche schlagen, so Konnemann.

Finanzielle Unterstützung beim Ausbau gebe es einige, so der Fachmann. Für das Land Niedersachsen gebe es bis zum Jahr 2020 etwa 60 Millionen Euro, etwa aus dem Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) oder dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Laut Konnemann rechne man in Niedersachsen dadurch mit Investitionsvolumen von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro. Als Alternative für Papenburg nannte Konnemann den Richtfunk, der bereits an der Meyer-Werft und an der Carl-Benz-Straße am Obenende zum Einsatz komme. Auch könnten private Haushalte über angrenzende Gewerbegebiete mit schnellem Internet versorgt werden.

Auf Landkreisebene soll es nach dem Ausbau der Vectoring-Technik 2017 insgesamt noch etwa 700 „weiße“ Haushalte geben, die nicht mit dem schnellen Internet ausgestattet sind.


Die Vectoring-Technologie:

Als Vectoring wird eine Technologie bezeichnet, die das über Kupferkabel bezogene Internet schneller machen soll. Bei dem Datenverkehr über Kupferleitungen oder durch äußere Einflüsse entstehen elektromagnetische Störungen, die wiederum den Datenfluss stören und langsamer machen. Besonders das sogenannte „Übersprechen“, bei dem sich unterschiedliche Signale aus verschiedenen Kabeladern überlagern, ist problematisch. Durch die Vectoring-Technologie sollen genau diese störenden Strömungen ausgeglichen werden. Sie sollen eliminiert werden, bevor das Signal abgeschwächt werden kann – wie bei einem Kopfhörer, der Außengeräusche unterdrückt. So soll schnelleres Internet möglich gemacht werden. Von einem Kupfer-Anschluss wird nicht mehr als eine Übertragung von 50 Megabit die Sekunde ausgegangen – ist das Kabel bis zum nächsten Verteiler lang, so sind es oft sogar nur etwa 20 Megabit die Sekunde. Durch die neue Technik soll sich das ändern. Werden die störenden Signale ausgeglichen, so sind Geschwindigkeiten mit bis zu 100 Megabit die Sekunde möglich.

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