SPD-Fraktion zu Besuch Wasserwerk Werlte hat immer mehr Arbeit

Die SPD-Kreistagsfraktion hat den Wasserverband Hümmling besucht. Die Politiker wurden informiert von: Der Vorsitzende des Wasserverbandes Hümmling, Ludger Kewe (Vierter von links), Geschäftsführer Thomas Rakers (Sechster von links) und sein Stellvertreter Johannes Golla (rechts dahinter). Foto: Anna HeidtmannDie SPD-Kreistagsfraktion hat den Wasserverband Hümmling besucht. Die Politiker wurden informiert von: Der Vorsitzende des Wasserverbandes Hümmling, Ludger Kewe (Vierter von links), Geschäftsführer Thomas Rakers (Sechster von links) und sein Stellvertreter Johannes Golla (rechts dahinter). Foto: Anna Heidtmann

Werlte. Wasserknappheit ist im nördlichen Emsland kein Problem. Allerdings bereitet die Wasserqualität immer mehr Sorgen. Bei einem Ortstermin in der Geschäftsstelle des Wasserverbands Hümmling in Werlte informierten sich die Vertreter der SPD-Kreistagsfraktion über den aktuellen Stand der Wasserversorgung im Verbandsgebiet.

Der Wasserverbrauch ist laut Thomas Rakers, dem Geschäftsführer des Wasserverbandes Hümmling , in den vergangenen Jahren permanent angestiegen. Rund 11,2 Millionen Kubikmeter Wasser wurden 2014 an die etwa 120000 Verbraucher des Verbandsgebietes abgegeben. Hierzu gehören der Altkreis Aschendorf-Hümmling, die im Westen angrenzenden Orte Gehlenberg und Vrees sowie die Gemeinde Völlen im Norden. Sie werden von den Brunnen in Surwold, Werlte und Vrees versorgt. Ursache für den erhöhten Bedarf sind Rakers zufolge die fortschreitende Entwicklung der Industrie und Landwirtschaft. Um dem steigenden Bedarf auch in Zukunft gerecht zu werden, verdoppelt der Verband derzeit die Förderkapazitäten des Wasserwerks in Werlte von bisher 630 auf 1200 Kubikmeter pro Stunde.

Zu einer möglichen Ausdehnung der Wasserentnahmerechte von derzeit 13,45 Millionen Kubikmeter pro Jahr sagte Rakers: „Wir haben definitiv kein Problem, was die Menge anbelangt, allerdings ist die Trinkwasserqualität abhängig von der weiteren Entwicklung.“ Diese sei derzeit sehr gut, Belastungen liegen im Wesentlichen weit unter den vorgeschriebenen Grenzwerten. Lediglich beim PH-Wert, Eisen und Mangan sei eine Aufbereitung des Rohwassers erforderlich. In einigen Messstellen seien vor allem im oberflächennahen Bereich sogenannte Metaboliten festgestellt worden, allerdings unter dem gesundheitlich relevanten Bereich. Hierbei handelt es sich um Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln, die im Boden einem gewissen Veränderungsprozess unterliegen.

Belastung mit Nitrat ist ein Problem

Ebenso habe man beim Nitrat zum Teil einen grenzwertigen Verlauf beobachtet. „Die jüngsten Entwicklungen stellen insbesondere in der Landwirtschaft große Herausforderungen dar“, formulierte es Rakers diplomatisch. Im Rahmen der „Kooperation Hümmling“ haben laut Johannes Golla, stellvertretender Geschäftsführer des Wasserverbandes, Wasserschutzberatung und freiwillige Vereinbarungen mit den Landwirten zur Flächenbegrünung nach Ernte der Hauptfrucht oder Reduzierung der Stickstoffdüngung bereits gute Erfolge gezeigt.

Diese sind jedoch auf Grund agrarpolitischer Beschlüsse und explosionsartig steigender Pachtpreise ins Stocken geraten. Der an sich gute Ansatz stocke deshalb. „Für einen effektiven Trinkwasserschutz brauchen wir mehr Transparenz im Nährstoffmanagement der landwirtschaftlichen Betriebe“, sagte Golla. Gesetze seien ausreichend vorhanden, werden aber oft nicht konsequent umgesetzt.


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