Thea Muckli hilft Leprakranken Spenden aus dem Emsland für die Ärmsten in Indien

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Aschendorf. Am kommenden Wochenende steht Thea Muckli bereits zum 19. Mal mit einem Verkaufs- und Informationsstand auf dem Papenburger Stadtfest und gibt Einblick in die Arbeit ihres Vereins „Leben ohne Lepra“. Seit mittlerweile 26 Jahren setzt sich die Aschendorferin für Menschen ein, die an Lepra oder Tuberkulose erkrankt sind. Mit Spendengeldern aus dem Emsland verbessert Muckli die Lebenssituation der Ärmsten in Indien.

Thea Mucklis Leidenschaft für Indien begann 1959 mit dem Film „Der Tiger von Eschnapur“. Die Kinobetreiberin hatte den Film in ihrem eigenen Kino in Aschendorf gesehen und war von dem Land fasziniert. „Ich wollte unbedingt nach Indien“, erzählt sie rückblickend. Ihren Traum verwirklichte sie 1989 mit ihrer Cousine. Als „ganz normale Touristen“ habe sie das Taj Mahal und andere Sehenswürdigkeiten besucht. „Unser Reiseleiter hatte Kontakt zu einer Gruppe von Lepraerkrankten und hat uns damals auch diese Seite Indiens gezeigt“, erinnert sich Muckli.

Die chronische Infektionskrankheit Lepra ist in Indien weit verbreitet. Nach Einschätzungen von Experten der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe erkranken in dem südasiatischen Land jedes Jahr 130000 Menschen an Lepra. Das ist mehr als die Hälfte der Neuerkrankungen weltweit. Vor mehr als 30 Jahren wurde eine Behandlungsmethode gefunden. Kurz vor der Gründung des Aschendorfer Vereins.

Nach ihrer Indien-Urlaubsreise fasste Muckli den Entschluss, für die Lepra-Kranken in Indien Spenden zu sammeln. Der Verein „Leben ohne Lepra“ wurde gegründet. „Wir haben damals im ersten Schritt 25000 Mark eingeworben“, so Muckli. Bereits im Jahr 1990 kehrte die Aschendorferin nach Indien zurück und überzeugte sich davon, wo und wie die Spendengelder aus dem Emsland verwendet wurden. Seit Gründung des Vereins arbeitet Thea Muckli, die sich mittlerweile mit ihrer ganzen Familie in Indien engagiert, mit der Organisation Sarthak Manav Kushthashram in Jaipur im Norden Indiens zusammen.

Parallel zur stationären Behandlung von Infizierten, führen die Helfer ein Vorsorgeprogramm durch und suchen in den Dörfern und Slums nach möglichen Patienten. „Die Menschen bekommen die passenden Medikamente und werden über Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen informiert. So wird die Krankheit im Anfangsstadium bekämpft und die Menschen vor Folgeschäden bewahrt. Umgerechnet kann mit nur 50 Euro ein Leprakranker geheilt werden“, erklärt Muckli.

Im Laufe der Jahre sind mit Spendengeldern aus dem Emsland medizinische Versorgungs- und Ausbildungsprogramme und medizinische Versorgungszentren entstanden. Daneben sind viele Infrastrukturmaßnahmen realisiert worden. So wurden unhygienische Dörfer und Slums zu sauberen und sicheren Siedlungen. Eine Webfabrik, das sogenannte „Muckli House“ wurde als eine der ersten Maßnahmen im Jahr 1990 errichtet. „Dort können die Menschen nach der Genesung von Lepra in ein normales Leben zurückkehren und vor allem mit einem neuen Selbstwertgefühl zurück ins Leben kommen“, sagt Muckli.

Die dort produzierten Tücher, Tischdecken, Bettüberwürfe, Sets oder Kissen werden alljährlich auf dem Papenburger Stadtfest von Muckli und ihren Vereinskollegen verkauft. Die Erlöse fließen direkt in die Projekte in Indien.

Im Jahr 2009 hat der Verein seine Hilfe auch auf die Region um Patna, etwa drei Flugstunden von Jaipur entfernt, ausgedehnt. Die Stadt mit 1,7 Millionen Einwohnern im Bundesstaat Bihar gehört zu den weltweit ärmsten Regionen. In diesem Jahr werden Muckli zufolge dort unter anderem eine neue Schule und eine Krankenstation für 1500 Euro errichtet.

Die Aschendorferin will in Indien weiterhin Leprakranken helfen. „Die Besuche dort geben mir Energie für ein ganzes Jahr. Solange ich geistig und körperlich fit bin, mache ich weiter“, sagt die 67-Jährige.

Tochter Astrid kann sich gut vorstellen, das Projekt ihrer Mutter weiterzuführen. Im Jahr 2007 hat sie ihre Mutter das erste Mal begleitet. „Ich war von dem zweiten Leben meiner Mutter fasziniert. Die Dankbarkeit und die Herzlichkeit der Menschen geben einem sehr viel zurück. Es ist klar, dass wir weitermachen“, sagt Astrid Muckli.


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