Erstmals Kirchen-Mitarbeiter berufen Beerdigungsdienst im nördlichen Emsland neu geregelt

Für den Beerdigungsdienst beauftragte Franz-Josef Bode (Mitte) im Beisein des stellvertretenden Dechanten Bernd Horstmann (l.) Anke Hildebrandt, Cornelia Dicke, Petra Macke, Wilfried Nee, Winfried Zimmermann, Doris Brinker, Stephan Wendt und Michael Strodt (v.l.).Foto: privatFür den Beerdigungsdienst beauftragte Franz-Josef Bode (Mitte) im Beisein des stellvertretenden Dechanten Bernd Horstmann (l.) Anke Hildebrandt, Cornelia Dicke, Petra Macke, Wilfried Nee, Winfried Zimmermann, Doris Brinker, Stephan Wendt und Michael Strodt (v.l.).Foto: privat

Papenburg/Sögel. In den katholischen Kirchengemeinden im Dekanat Emsland-Nord dürfen außer Priestern und Diakonen ab sofort auch pastorale Mitarbeiter den Beerdigungsdienst leisten. Grund ist der Priestermangel. „Das ist es aber nicht allein“, betont Ulrich Högemann, Pastor der Pfarreiengemeinschaft Aschendorf/Lehe/Neulehe, im Gespräch mit unserer Redaktion.

In einem feierlichen Gottesdienst in der St.-Jakobus-Kirche in Sögel hat der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode zunächst acht kirchliche Mitarbeiter zum Beerdigungsdienst beauftragt. Der Dienst ist aber für das gesamte Dekanat Emsland-Nord eingeführt worden. „Wir haben das durchaus kontrovers diskutiert“, sagt Högemann. Letztlich habe es innerhalb des Dekanates aber ein einhelliges Votum gegeben.

Für die Katholiken im nördlichen Emsland ist der Bestattungsdienst durch kirchliche Mitarbeiter neu. In anderen Teilen des Bistums, etwa in Melle und im südlichen Landkreis Osnabrück, begleiten sie bereits seit mehr als einem Jahr Menschen auf ihrem letzten Weg und betreuen Trauernde. Die Beauftragten wurden in einem Lehrgang auf ihre Aufgabe vorbereitet. Die Bereitschaft für den Dienst in Absprache mit dem Pfarrer vor Ort ist freiwillig. Erste Ansprechpartner für Angehörige und Bestatter bleiben aber Priester. Dann werden die Dienste intern verteilt.

Beauftragt werden ausschließlich hauptamtliche Mitarbeiter der katholischen Kirche. Zu ihnen gehört Doris Brinker, Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft Aschendorf/Lehe/Neulehe. „Ich spüre, dass es ein Dienst ist, den ich gut tun kann“, sagt Brinker. Sie lebe stark aus dem Glauben an die Auferstehung heraus. Ihre Erfahrungen im sensiblen Umgang mit Trauernden verarbeite sie „bei Gott im Gebet“. Zudem gebe die eigene Familie einen sehr guten Halt. „Anders wäre eine Berufung als Gemeindereferentin auch gar nicht möglich.“

Högemann macht keinen Hehl daraus, dass die Notsituation durch den Priestermangel Triebfeder für die Übertragung der Beerdigungsdienste ist. Er verweist aber auch darauf, dass angesichts zunehmend fehlender Seelsorger in deshalb immer größer werdenden Pfarreiengemeinschaften und vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung die Anzahl der Beerdigungen zunehmen würde. In der Pfarreiengemeinschaft Aschendorf/Lehe/Neulehe seien es durchschnittlich 60 Bestattungen pro Jahr. Högemann zufolge kam es schon vor, dass es vier pro Woche waren. Er betont aber auch, dass es um viel mehr als „nur“ um die Bestattung ginge. „Der Dienst beginnt ja nicht erst auf dem Friedhof“, sagt Högemann im Hinblick auf die gesamte Trauerbegleitung.

Gemeinsam Sorge tragen

Die Kirche wolle in diesem Bereich mehr Kraft aufwenden – auch weil familiäre und nachbarschaftliche Bande heute zunehmend weniger stark ausgeprägt seien als früher. Das gelte im Übrigen auch für die Hospizarbeit.

Der Wunsch nach christlicher Begleitung sei groß. „Das können Priester und Diakone allein aber nicht leisten“, sagt Högemann. Und letztlich könne es bei aller gebotenen Sensibilität nicht darum gehen, ob ein Priester, Diakon oder ein pastoraler Mitarbeiter den Bestattungsdienst übernimmt. „Es geht um den Auferstehungsglauben, also um die Inhalte, die wir zu verkünden haben.“ Dafür Sorge zu tragen sei Aufgabe der ganzen Kirche, so Högemann.

Die Beauftragten für den Bestattungsdienst im Dekanat Emsland-Nord: Anke Hildebrandt, Cornelia Dicke (beide für St. Michael Papenburg), Petra Macke, Winfried Zimmermann (beide für die Pfarreiengemeinschaft St. Bonifatius Hüven, Herz- Jesu Berßen, St. Jakobus Sögel / St. Johannes der Täufer Spahnharrenstätte / St. Franziskus Werpeloh / St. Michael Stavern), Wilfried Nee (Krankenhausseelsorger Marien-Hospital Papenburg-Aschendorf und St. Michael Papenburg), Doris Brinker (Pfarreiengemeinschaft St. Amandus Aschendorf /Herz Jesu Lehe / Maria vom Herzen Neulehe), Stephan Wendt (Pfarreiengemeinschaft St. Vitus Lathen / St. Antonius Lathen-Wahn / St. Antonius von Padua Renkenberge / St. Bartholomäus Wippingen), Michael Strodt (Krankenhausseelsorger im Hümmling-Hospital Sögel).