Jubiläums-Projekt wächst Papenburgerinnen häkeln ein Kunstwerk

Das Team: Christina Vollprecht, Editha Janson, Petra Wendholz, Viola Tallowitz-Scharf und Manuela Milenkovic-Todorovic sichten das Material für die Installation.Foto: S. Risius-HartwigDas Team: Christina Vollprecht, Editha Janson, Petra Wendholz, Viola Tallowitz-Scharf und Manuela Milenkovic-Todorovic sichten das Material für die Installation.Foto: S. Risius-Hartwig

Papenburg. Das Fest zum 25-jährigen Bestehen der Kunstschule Zinnober am 12. Juli in Papenburg rückt näher. Die Häkelaktion für das große Netzwerk am Himmel der interaktiven Rauminstallation „Transfluxxion“ ist beendet. Nun geht es für das Kunstschul-Team in die heiße Phase.

Bevor es jetzt mit dem Zusammenhäkeln der so entstandenen über 250 Netze losgeht, möchte sich das Team um Künstlerin Editha Janson für die Hilfe herzlich bedanken und aufrufen, die letzten Netze in der Kunstschule abzugeben. Die ersten Bahnen für die Deckeninstallation fügt Janson bereits zuhause in ihrem Gästezimmer zusammen. Denn noch wird die Galerie nach dem Auszug der Büros der Landesgartenschau renoviert.

Ab dem 1. Juni kann es dann daran gehen, das Riesennetz, das erstaunlicherweise nur rund 50 Kilo wiegt, an die Decke der Galerie zu drapieren. Sobald das gelungen ist, werden Ballons, Spiegel, Rahmen und andere Objekte eingeflochten, inspiriert durch den brasilianischen Künstler Ernesto Neto. Das Gemeinschaftskunstwerk versinnbildlicht die Vernetzung der Kunstschularbeit in Papenburg.

Für die Installation eines weißen Himmelsnetzes in der Galerie im „Forum Alte Werft“ brauchten Petra Wendholz (Leiterin), Viola Tallowitz-Scharf (ihre Stellvertreterin), Christina Vollprecht (FSJ Kultur) und die Künstlerin Editha Janson mindestens 230 weiße, grobmaschige Netze. Von Februar bis April haben viele Freiwillige an mehreren offenen Abenden daran gearbeitet. Man traf sich in der Kunstschule Zinnober, im Arkadenhaus, in Anni’s Garten, im Rathaus, bei der Russischen Welle, beim Internationalen Frauentreff und im Klimaladen der Stadt. „Die Resonanz war überwältigend, sodass uns schneller als erwartet die Wolle ausging,“ erinnert sich Petra Wendholz. „Aber durch den Wollspenden-Aufruf in Zeitung und Rundfunk ließ sich die temporäre Wollknappheit beheben.“ Als Dank bekommen alle Teilnehmerinnen dieser Aktion während des Kunst- und Kulturfestes die Möglichkeit, ein Plättchen zu signieren, das in der Rauminstallation aufgehängt wird. „So möchten wir veranschaulichen, dass jede Häkelfrau mit ihrer Arbeit auch Teil des gesamten Kunstwerkes ist,“ erläutert Wendholz.

Neben dem Mitmachhimmel wird es am Kunst- und Kulturfest-Tag weitere Aktionen in der Galerie geben, zum Beispiel wunderbar gearbeitete Hüte und Kostüme der Modedesignerin Manuela Milenkovic-Todorovic. Sie sind gerade im Entstehen. Außerdem wird sich Cross Media Künstlerin Sarah Janssen einbringen.

Die Rauminstallation „Transfluxxion“ thematisiert die Beziehung von Mensch, Raum und Kunst, erklärt Janson. Die Idee zum Titel entstand aus der Zusammensetzung der Wörter Transparenz, also Durchsichtigkeit, Fluxus, fließender Übergang zwischen Kunst und Leben und Reflexion, prüfendes und vergleichendes Nachdenken. Es wurde nach Möglichkeiten gesucht, Menschen unvermeidlich in den Raum, die Aktion einzubeziehen, sei es durch die Mitgestaltung oder Betrachtung des „Häkel-Himmels“ oder durch Angebote, die dazu animieren, selbst Skulptur, Statue, Schauspieler, Maler, Statist oder Porträt zu werden.

Die Ausstellung „10 Tage „Transfluxxion“ wird in der Galerie vom 12. bis 22. Juli zu sehen sein.


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