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Royal Caribbean International bestellt Schiff Papenburger Meyer Werft baut vierte „Quantum“


Papenburg/Miami. Die Papenburger Meyer Werft hat einen neuen Großauftrag an Land gezogen. Die US-Reederei Royal Caribbean International hat am späten Donnerstagabend (deutscher Zeit) in Miami den Bau eines vierten Schiffes der Quantum-Klasse bekannt gegeben, das Meyer fertigen soll.

Die Ablieferung ist für das Jahr 2019 geplant. Zum Auftragsvolumen wurden keine Angaben gemacht. Es dürfte aber bei etwa 700 Millionen Euro liegen.

„Wir freuen uns sehr und sind dankbar, die langjährige Partnerschaft mit Royal Caribbean fortzusetzen“, erklärte Werft-Geschäftsführer Bernard Meyer am Freitagmorgen. „Der große Erfolg der beiden ersten Schiffe dieser Klasse bei den Gästen und den Reisebüros zeigt, dass wir gemeinsam auf dem richtigen Weg sind“, so Meyer. Die beiden ersten Ozeanriesen der Quantum-Klasse, die die Papenburger Schiffbauer für RCI produziert haben, sind die im vergangenen Herbst fertiggestellte „Quantum of the Seas“ und die „Anthem of the Seas“. Letztere war erst vor vier Wochen abgeliefert worden. Das dritte Schiff, die „Ovation of the Seas“, ist derzeit in Papenburg im Bau und wird im Frühjahr 2016 abgeliefert. Der Luxusliner für knapp 4200 Passagiere mit 18 Decks auf einer Länge von fast 350 Metern war am 5. März auf Kiel gelegt worden.

Wie die Werft weiter mitteilte, sind die Papenburger Schiffbauer und Royal Caribbean zuversichtlich, die weiteren offenen Punkte wie beispielsweise die Finanzierung bis zur Unterzeichnung eines Vertrages für das Schiff mit der Baunummer S. 700 in den nächsten Wochen zu klären.

„Die heute geschlossene Vereinbarung ist ein Spiegelbild des Erfolges der ersten beiden Quantum-Schiffe“, sagt Reederei-Chef Richard Fain in einem Bericht des Branchenmagazins Cruise Industry News. Darin bringt er zudem seine Begeisterung darüber zum Ausdruck, „mit unseren Partnern bei der Meyer Werft ein weiteres revolutionäres Schiff zu liefern“.

Erst Ende März hatte das größte Kreuzfahrtunternehmen der Welt, die britisch-amerikanische Carnival-Gruppe, bestätigt, dass sie zwischen 2019 und 2022 insgesamt neun Luxusliner bei der Meyer Werft in Papenburg und der italienischen Fincantieri-Werft in Auftrag geben will. Vier Schiffe werden von Meyer gebaut, zwei in Papenburg und zwei im finnischen Turku.

Vor drei Wochen hatte die Meyer Werft mitgeteilt, dass sie 100-prozentige Eigentümerin der Werft im finnischen Turku wird. Im September 2014 hatte Meyer bereits 70 Prozent der Anteile des Unternehmens von dem finanziell angeschlagenen STX-Konzern (Südkorea) übernommen. Die übrigen 30 Prozent gingen in die Hände der finnischen Staatsregierung über. Angaben der Werft zufolge war seitens der finnischen Politik aber von Beginn an ein Ausstieg der staatlichen Beteiligung geplant gewesen. Demnach will sich der Staat in Gänze aus der Werft zurückziehen. (Weiterlesen: Meyer übernimmt Werft in Turku komplett)

Die Auftragsbücher der Meyer Werft sind derzeit noch bis 2019 gefüllt. Nach der Emsüberführung der „Anthem of the Seas“ für die US-Reederei Royal Caribbean International Mitte März entsteht in Papenburg zurzeit die „Norwegian Escape“. (Weiterlesen: „Anthem of the Seas“ bei der Emsüberführung) Ebenfalls im März hatte sich der Leeraner Kreistag nach wochenlangem politischen Tauziehen für eine Umsetzung des Masterplans Ems entschieden, mit dem der Schiffbaustandort Papenburg bei gleichzeitiger ökologischer Sanierung des Flusses auf Dauer gesichert werden kann.

(Weiterlesen: Knappe Mehrheit für Masterplan: So lief die Entscheidung)


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