Steuerungsgruppe nimmt Arbeit auf Masterplan: Flächen für Naturschutz an der Ems gesucht

Kreuzfahrtschiffe sollen weiter die Ems passieren. Parallel dazu ist im Masterplan eineökologische Verbesserung am Fluss vorgesehen. Foto: dpaKreuzfahrtschiffe sollen weiter die Ems passieren. Parallel dazu ist im Masterplan eineökologische Verbesserung am Fluss vorgesehen. Foto: dpa

Papenburg. Die Steuerungsgruppe für das Flächenmanagement zum „Masterplan Ems“ hat sich Ende vergangener Woche zu ihrer ersten Sitzung in Oldenburg getroffen. Dem 17-köpfigen Gremium gehören neben Dirk Kopmeyer für den Landkreis Emsland auch vier Vertreter der ostfriesischen Landwirtschaft und Bernd Schulte-Lohmöller aus Rhede an. Er ist Vorsitzender des Landvolks Aschendorf-Hümmling.

Die ersten Gespräche seien „sehr konstruktiv“ verlaufen, sagte der Regionalbeauftragte für Weser-Ems, Franz-Josef Sickelmann, auf Anfrage. Bis 2050 will das Land im Rahmen des Masterplanes rund 700 Hektar landwirtschaftliche Flächen erwerben, um neue Naturschutzgebiete entlang der Ems zu schaffen. Dies ist Teil der Vereinbarungen zwischen den Landkreisen Emsland, Leer und Aurich sowie der Stadt Emden, dem Land Niedersachsen, der Meyer Werft und den Umweltschutzschutzverbänden WWF, BUND und Nabu.

Im März hatte der Kreistag Leer den Masterplan als Letzter mit 26 zu 23 Stimmen gebilligt. Vorausgegangen waren massive Proteste von ostfriesischen Landwirten, die befürchten, dass zu viele der infrage kommenden Flächen in ihrem Bereich liegen werden.

Sickelmann betonte jedoch, dass es in der Steuerungsgruppe darum gehe, eine „ausgewogene Verteilung“ hinzubekommen. In einem ersten Schritt sollen nach seinen Angaben möglichst noch in diesem Jahr 50 Hektar für den Vogelschutz ausgewiesen werden. Dies wird Thema der nächsten Sitzung der Gruppe am 16. Juni sein. Bis 2025 sieht der Masterplan laut Sickelmann einen Flächenkauf von insgesamt rund 200 bis 230 Hektar vor.

Bernd Schulte-Lohmöller sagte auf Anfrage, dass nach der Bildung der Steuerungsgruppe bei den nächsten Treffen die Ausgangslage unvoreingenommen diskutiert werden müsse. Im Augenblick sei nicht das Thema, wo die Flächen für neue Naturschutzareale genau lägen, sondern einen Rahmen für weitere Gespräche abzustecken. Schließlich handele es sich um ein Gebiet, dass sich von Emden über den Kreis Leer bis zum Landkreis Emsland etwa in Höhe des Küstenkanals erstrecke. Dazu komme auch noch ein Teil des Landkreises Aurich.

Der Landvolk-Vorsitzende verhehlte allerdings nicht, „dass uns das nicht schmeckt“. Es müssten jetzt aber Lösungen gefunden werden, mit denen alle Seiten leben könnten.

Der neue Betriebsratsvorsitzende der Meyer Werft, Ibrahim Ergin, sagte der Deutschen Presseagentur, er hoffe, dass mit dem Masterplan Ems jetzt Ruhe in den Streit um den Werftstandort Papenburg gebracht werden könne. Es sei wichtig, auch mit den Kritikern ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen keinen Streit mit den Landwirten“, so Ergin.

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