Zwei Orte können zugrunde liegen Beel entstand wahrscheinlich als Herkunftsname

Von Winfried Breidbach

Der Nachname Beel wird in Deutschland von knapp 400 Personen getragen, die überwiegend im Nordwesten leben.Symbolfoto: dpaDer Nachname Beel wird in Deutschland von knapp 400 Personen getragen, die überwiegend im Nordwesten leben.Symbolfoto: dpa

Papenburg. Unser Leser Heinrich Beel aus Freren hat keine Theorie, wie sein Familienname entstand.

Der Nachname Beel wird in Deutschland von knapp 400 Personen getragen, die überwiegend im Nordwesten leben. Das stärkste Nest des Namens liegt im Emsland, wo fast jeder dritte Namensträger ansässig ist. Eine etwas schwächere Konzentration von Beel zeigt sich im südwestfälischen Kreis Siegen-Wittgenstein. Der gleich ausgesprochene Familienname Behl weist dreimal so viele Namensträger auf. Behl ist in verschiedenen Regionen zu finden, mit einem Zentrum im Kreis Aschaffenburg in Unterfranken. Als dritte Namensform neben Beel und Behl kann Bel dazugehören, mit etwa 180 Namensträgern. Viele Personen namens Bel tragen allerdings einen türkischen Vornamen.

Aus historischen Belegen ist zu erkennen, dass die Namensformen Beel, Behl und Bel als Schreibvarianten miteinander wechseln konnten. Aus der heutigen Namengeografie ist aber kein Zusammenhang mehr ersichtlich. Historisch sind die Namen in mehreren Regionen gut bezeugt, vor allem in Südwestdeutschland und im Rheinland. Im niederländisch-flämischen Gebiet in den Niederlanden und in Belgien kommen die Namen in allen drei Schreibungen vor, wobei die Schreibweise Bel mit über 1000 Namensträgern dominiert. Im Wortschatz des Niederdeutschen ist kein Wort Bel oder Bêl nachzuweisen. Den Familiennamen Beel/Behl/Bel muss daher ein anderer Name zugrunde liegen, wobei es sich um einen Lokal- oder um einen Personennamen handeln kann.

Im Bereich der Lokalnamen findet man zunächst zwei Wohnplätze namens Beel und zwar in den emsländischen Gemeinden Herzlake und Lathen. Über das Alter dieser Siedlungen liegen keine Informationen vor. Sollten diese Orte schon seit Jahrhunderten existieren, kann der Familienname Beel (Behl, Bel) als Herkunftsname auf sie verweisen. Da das Zentrum des Namens Beel im Emsland namengeografisch sehr gut zu diesen Siedlungen passt, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass der emsländische Familienname als Herkunftsname entstand. Außerhalb des Emslandes gibt es noch die Orte Behl in Holstein und Beelen im westfälischen Münsterland, die ebenfalls als Grundlage des Namens in Frage kommen.

Ansonsten kann der Nachname Beel (Behl, Bel) im gesamten deutschen und niederländischen Sprachgebiet auf den weiblichen Rufnamen Bela, Bele, Beele zurückgeführt werden, der seit dem 13. Jahrhundert als Kurzform von Frauennamen verwendet wurde. In Deutschland ist als Basis von Bele insbesondere der Name Elisabeth anzuführen, aber auch die selteneren Namen Mabelia und Sibelia.


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