Typisierungsaktion im EDZ Rheder helfen dreijährigem Jungen

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Rhede. Wenn es um das Thema Fußball geht, kennen die Rheder Fanklubs „Die Deichgrafen“ und „Emsauen“ nur ihre eigenen Bundesligavereine, nämlich Bayern München oder Werder Bremen. Doch am Sonntag übten sie gemeinsam mit der Kolpingsfamilie Rhede den Schulterschluss für den dreijährigen Pascal, der dringend einen genetischen Zwilling sucht. Eine Typisierungsaktion im Ems-Dollart-Zentrum (EDZ) wurde auf die Beine gestellt.

Denn der kleine Rhauderfehner Junge ist an einer Vorstufe von Leukämie erkrankt. Zurzeit bekommt er nach Angaben der Selbsthilfeorganisation Leukin zweimal wöchentlich Thrombozyten für die Blutgewinnung zugeführt. Der Verein Leukin arbeitet eng mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zusammen.

Zwei der neuen potenziellen Stammenzellenspender sind Hermann Schaa aus Aschendorf und Martin Strack aus Rhauderfehn. „Es ist sehr einfach zu helfen. Da bin ich gerne dabei“, sagt der 24-jährige Strack. Früher wurde noch Blut für die Ermittlung der Stammzellen abgenommen. Heute reichen zwei kleine Wattestäbchen, um den genetischen Zwilling zu ermitteln.

Über 40 Helfer verzichteten am Sonntag auf ihre Wochenenderholung und engagierten sich vor und hinter den Kulissen der Rheder Typisierungsaktion. Eine von ihnen war Elisabeth Lückmann vom Schützenverein Rhede, dessen Mitglieder genauso ihre spontane Hilfe zusagten wie die Feuerwehr, der Reit- und Fahrverein und der Angelsportverein.

So wurde trotz des sehr ernsten Hintergrundes ein buntes Programm für alle Besucher auf die Beine gestellt. Der Zweck: Zusätzlich zu den neuen potenziellen Stammzellenspendern wurden so Spendengelder eingeworben. „Jede Typisierung kostet 50 Euro“, sagte Anna Fennen, Vorsitzende von Leukin. Sie zeigte sich von der großen Solidarität der Rheder Vereine und Organisationen sehr beeindruckt. In Rhede wurde nach ihren Worten die 125. Typisierungsaktion durchgeführt. Insgesamt konnte der Verein bisher über 52000 potenzielle Stammzellenspender gewinnen.

Doch es gibt nach ihren Worten immer noch Menschen mit Vorbehalten. „Ganz viele Menschen sind zurückhaltend, weil sie noch nicht genügend aufgeklärt wurden. Immer noch sprechen viele vom Rückenmark, aber es ist Knochenmark, und es werden nur Stammzellen benötigt, die heute mit einem ganz einfachen Verfahren entnommen werden“, so Fennen weiter.

Noch bevor die Typisierung begann, hatten Frank Rieken und sein Team vom Werder-Fanklub aus Esterwegen sowie Verteter des Werder-Fanklubs Goalbusters Dörpen einen Scheck in Höhe von 500 Euro überreicht. Damit können zehn weitere Typisierungen bezahlt werden. „Fußball und soziales Engagement lassen sich sehr gut vereinbaren“, stellte auch Engelbert Niesmann vom Rheder Fanklub „Emsauen“ fest. Denn auch die Profivereine konzentrieren sich nicht nur auf das Training und die Saisonspiele, sondern engagieren sich sozial.

Die nächsten Typisierungsaktionen finden am 24. März im Gymnasium Rhauderfehn und am 18. April bei Multi Leer statt.


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