Der Name Bolmer Alter Rufname oder Bewirtschafter des Bollhofes?

Von Winfried Breidbach

Mit etwa 170 Namensträgern ist Bolmer kein besonders häufiger Nachname. Symbolfoto: dpaMit etwa 170 Namensträgern ist Bolmer kein besonders häufiger Nachname. Symbolfoto: dpa

Papenburg. Unser Leser Hermann Bolmer aus Haren ist an Informationen zu Herkunft und Bedeutung seines Familiennamens interessiert.

Mit etwa 170 Namensträgern ist Bolmer kein besonders häufiger Nachname. Bolmer ist sehr deutlich im Landkreis Emsland konzentriert, wo drei Viertel der Telefonanschlüsse auf diesen Namen gemeldet sind. Die 110 Personen namens Bolmer in den Niederlanden leben zum großen Teil in der Provinz Groningen. Neben Bolmer findet sich die gleich häufige Namenvariante Bollmer, die ihr stärkstes Nest ebenfalls im Emsland hat. Diese Schreibung gibt es im Nachbarland nicht. Zu Bolmer/Bollmer gehören noch die Genitivnamen Bollmers (nur in Deutschland) und Bolmers (nur in den Niederlanden).

Es gibt zahlreiche Familiennamen, die auf -mer enden. Bei denjenigen, bei denen -mer ein echter Namenbestandteil ist und nicht Teil eines Namenglieds wie -heimer, -hammer oder -böhmer, gibt es vielfach zwei Möglichkeiten bei der Herleitung des Namens. So ist es auch bei Bolmer/Bollmer.

Einerseits kann der germanische Rufname Baldomâr zugrunde liegen, der aus den Namenwörtern bald „kühn“ und mâri „bekannt, berühmt, angesehen“ zusammengesetzt ist. Das Namenwort Bald- wurde im Niederdeutschen zumeist noch vor dem Ende der altsächsischen Zeit (bis 1150) zu Bold-. Wenn in Urkunden auch danach noch oft Bald- geschrieben wurde, lag dies am Einfluss der lateinischen Namensform Baldomarus, die von dem Lautwandel a zu o nicht betroffen war. Drei Belege des Rufnamens: 1139 „Baldemarus“ (Münster), 1182 „Baldamarus“ (Nienburg), 1231 „Boldemar“ (Westfalen).

Der Name Boldemar wurde zu Boldmar (belegt noch 1670), Boltmar (1726) verkürzt und über Boldmer (1666), Boltmer (1837) oder über Bollmar (1701), Bolmar (1619) zu Bollmer/Bolmer abgeschliffen. Die ältesten Belege aus dem plattdeutschen Gebiet sind 1732 „Marie Bolmer“ (Blomberg, Lippe) und 1758 „Joh. Wilhelm Bollmer“ (Reelkirchen, Lippe).

Zweitens kann in -mer eine abgeschliffene Form von -meier vorliegen. Diese Abwandlung ist mehrfach nachzuweisen, zumeist gibt es neben -mer auch die Variante -mar. Dazu als Beispiele: Feldmar und Feldmer gehen auf Feldmeier/-meyer zurück, Strohmar und Strohmer auf Strohmeier/-meyer, Neumar und Neumer auf Neumeier/-meyer, Pollmar und Pollmer auf Pollmeier/-meyer.

Ebenso kann Bollmer/Bolmer aus Bollmeier/-meyer, Bohlmeier/-meyer verkürzt sein. Der Name Bollmeier benannte den Bewirtschafter des Bollhofes (Familiennamen Bollhof, Bollhoff), der an den Bollen „Hügeln“ lag. Ältester Beleg: 1293 „Henricus Bolemeyer“ (Hannover).


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