Konzentration in Steinfurt Fast alle Träger des Namens Wermelt leben im Nordwesten

Von Winfried Breidbach

Die stärkste Konzentration des Namens Wermelt liegt im münsterländischen Kreis Steinfurt. Symbolfoto: dpaDie stärkste Konzentration des Namens Wermelt liegt im münsterländischen Kreis Steinfurt. Symbolfoto: dpa

Papenburg. Unsere Leserin Annette Lange aus Meppen interessiert sich für den Mädchennamen ihrer Mutter, Wermelt. Die etwa 160 Träger des Familiennamens Wermelt leben fast ausschließlich in Nordwestdeutschland. Die stärkste Konzentration liegt im münsterländischen Kreis Steinfurt.

Unmittelbar erkennbare Varianten des Namens gibt es heute nicht mehr. Namensformen wie 1684 „Wermeldt“ und 1756 „Wermeld“ (beide in Billerbeck) sowie die Genitivformen 1500 „Wermels“, 1530 „Wermeltz“ und 1687 „Wermelts“ (alle in Werlte-Bockholte) sind heute ausgestorben. Der älteste verfügbare Beleg ist „Anna Wermelt“ 1602 in Münster.

Aus dem Wort- und Namenschatz des Deutschen sind diese Namen nicht ohne Weiteres zu erklären. Weitere historische Namenbelege weisen aber den Weg zur Deutung von Wermelt: Zunächst können die Namen 1677 „Wermolt“ (Emsdetten), 1679 „Wermold“ (im Rheinland) und 1684 „Wermoldt“ (Billerbeck) angeführt werden.

Ferner finden sich mit Vokal -a- in der ersten Silbe 1654 „Warmelt“ (Nottuln-Darup), 1756 „Warmolt“ (Groningen) und 1650 „Warmolts“ (Loppersum-’t Zandt/Niederlande). Schließlich gelangt man zum Namen 1855 „Wermbold“ (Hannover-Döhren) und zu den heute noch existierenden Familiennamen Warmbold, Warmboldt, Warmbolt und Warmbald. Die mit zusammen etwa 1000 Namensträgern recht häufigen Namen Warmbold und Warmboldt sind vor allem im Landkreis Region Hannover konzentriert.

Wermbold und Warmbold sind eindeutig zu bestimmen. Es handelt sich um Formen des altdeutschen Rufnamens Warinbald, der die Namenwörter warin (Bedeutung wahrscheinlich „bewahren, beschirmen“) und bald („kühn“) enthält. Das Namenelement bald wurde im niederdeutschen und im niederländischen Gebiet generell zu bold abgewandelt (wie Wald zu Wold oder Walter zu Wolter).

Das Namenwort Warin hatte von Anfang an eine Variante Werin neben sich. Bei einer Entwicklungslinie des Rufnamens Warinbald blieben die beiden Namenwörter fast unverändert erhalten. Dies führte zu den heutigen Familiennamen Warnebold, Warneboldt, Warnbold (alle im Raum Hannover).

Ansonsten wurde das auslautende -n von Warin/Werin als -m an das folgende -b- von -bold angeglichen, diese Variante ist bereits 1092 durch „Weremboldus“ in Münster bezeugt. Aus Warinbald wurde so Warmbold, aus Werinbald entwickelte sich Wermbold. Bei etlichen Familien wurde die Konsonantengruppe -mb- zu -m- abgeschliffen, sodass einerseits Warmolt und Warmelt, andererseits Wermolt und Wermelt entstanden. Wermelt ist heute die einzige Form, die direkt auf Werinbald zurückgeht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN