Schwierig zu deutender Name Hängt der Griep mit dem Fabeltier Greif zusammen?

Von Winfried Breidbach

Der mit rund 1400 Namensträgern häufige Nachname Griep ist gestreut in vielen Regionen Deutschlands zu finden, vor allem in der nördlichen Hälfte. Symbolfoto: dpaDer mit rund 1400 Namensträgern häufige Nachname Griep ist gestreut in vielen Regionen Deutschlands zu finden, vor allem in der nördlichen Hälfte. Symbolfoto: dpa

Papenburg. Helga Griep und Bernhard Griep, beide aus Haren, haben keine Theorie zur Entstehung ihres Familiennamens.

Der mit rund 1400 Namensträgern häufige Nachname Griep ist gestreut in vielen Regionen Deutschlands zu finden, vor allem in der nördlichen Hälfte. Konzentrationen zeichnen sich in der Metropole Berlin und im Landkreis Emsland ab. Seltener sind die Namensformen Griepp, Grip und Gripp, die historisch zu Griep gehören können.

In den Niederlanden hat der Name Griep 500 Namensträger, daneben gibt es dort noch die Familiennamen Oude Griep, Grip, de Grip, Grijp, Gryp und de Grijp.

In Griep, Grip, Grijp liegt ein vieldeutiger Nachname vor. Zunächst klingt der Name an das Tätigkeitswort „greifen“ an, das plattdeutsch grîpen und holländisch grijpen lautet. Liegt dieses Wort zugrunde, kann der Beiname „der Griep“ jemanden bezeichnet haben, der gerne gierig zugriff, wenn es um seinen Vorteil ging. Es läge dann die gleiche Bedeutung vor wie beim Namen Gripeto (heute ausgestorben)/hochdeutsch Greifzu.

Zweitens kann ein alter männlicher Rufname vorliegen, der in Formen wie Grippo, Gripo, Gribo, Gripho, Grifo, Griffo seit dem 6. Jh. sehr häufig bezeugt ist. Der Ursprung dieses Namens ist nicht ganz klar. Man rechnet damit, dass dieser Rufname vom Namen des Fabeltieres „Greif“ ausgegangen ist, der aus lateinisch „Gryphus“ ins Deutsche übernommen wurde.

Der „Vogel Greif“, plattdeutsch „Vagel Griep“, wurde zum pommerschen Wappentier, auch sonst spielt der Greif in der Heraldik eine große Rolle. In zahlreichen Städten gab es Häuser „zum Greifen“, in Rostock ist 1261 „domus cum Grip“ (Haus mit dem Greif) bezeugt. Der Familienname Griep konnte ebenso wie hochdeutsch Greif(f) den Bewohner eines solchen Hauses benennen. So wohnte der 1230 in Köln genannte Bürger „Theod. Grif“ in einem der drei Kölner Häuser „zum Greifen“.

Im niederdeutschen Gebiet gab es mehrere Gold- und Silbermünzen namens Grîp, Grîpe, Grîfe, die das Bild eines Greifen trugen. Auch hiermit kann der Familienname zusammenhängen, indem etwa der Münzschneider oder Münzpräger nach diesem Geldstück benannt wurde.

Eine sichere Deutung des niederdeutsch-niederländischen Familiennamens Griep, Grip, Grijp ist ohne sachliche Informationen aus der Zeit des ersten Namensträgers nicht möglich. Am ehesten ist an einen wie auch immer gearteten Zusammenhang mit dem Fabelwesen Griep/Greif zu denken.

Alte Belege: 1266 „Conradus de Grip“ und 1281 „Nycolaus de Griphe“ (Rostock), 1297 „Otto dictus Gripe“ (Hildesheim), 1326 „Henricus Grip“ (Hannover), 1330 „Johannes Grip“ (Stadthagen).


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