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Stadt meldet Minus von 16 Prozent Hafenumschlag in Papenburg sinkt unter Millionenmarke

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Papenburg. Die Umschlagszahlen im Papenburger Hafen sind nach 2013 auch im Jahr 2014 weiter gesunken. Nach dem Rekord 2012 und einem leichten Rückgang 2013, sind die Wertschöpfungen im Jahr 2014 um insgesamt 16,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 897594 Tonnen umgeschlagener Güter zurückgegangen. Damit sind die Umschläge erstmals seit 2005 wieder unter der Marke von einer Million Tonnen.

„Dieser Rückgang ist spürbar. Die Entwicklung ist nicht so, wie wir uns das wünschen“, sagt Wirtschaftsförderer Heinz Walker. Trotz eines Gesamtrückgangs seien dennoch stabile Zahlen bei den werthaltigen Gütern zu verzeichnen. „Hier gibt es eine stabile Tendenz“, so Walker.

Den Schwerpunkt hatte der Hafenumschlag im vergangenen Jahr in der Seeschifffahrt. Rund 492000 Tonnen Ladung von Seeschiffen machen in der Statistik einen Anteil von 55 Prozent aus. Die Hauptumschlagsgüter von Seeschiffen waren Torf, Schiff- und Konstruktionsteile, Dünger, Schlacke und Splitt, Stammholz sowie Eisen und Stahl.

Die Binnenschifffahrt ist hingegen im vergangenen Jahr im Papenburger Hafen gegenüber 2013 um weitere 12,3 Prozent weiter zurückgegangen. „Das Binnenschiff ist für unsere Hafenbetriebe zurzeit offensichtlich kein konkurrenzfähiges Transportmittel“, vermutet Walker. Der Fokus liege bei den Seeschiffen und unterstreiche nochmals die Bedeutung der Seeschleuse für den Wirtschaftsstandort Papenburg.

Zusätzliches Bahngleis

Von einem „Klagen auf hohem Niveau“ spricht Walker beim Rückgang der Bahntransporte um 20,1 Prozent. Um mehr als 200000 Tonnen sei der Bahnumschlag in den vergangenen zehn Jahren gestiegen. Rekordjahr war der Statistik zufolge das Jahr 2012 mit 411306 Tonnen. Im Jahr 2014 wurden 280405 Tonnen, vor allem Kies, Schlacke, Stammholz und Stahl über die Bahn im Hafen umgeschlagen. „In den vergangenen Jahren haben wir ein zusätzliches Gleis im Südhafen gebaut, das eine gute Nutzung erfährt.“ Der Bahnanschluss ist der Stadt zufolge für den An- und Abtransport von Hafenprodukten weiterhin ein wichtiger Teil der Wertschöpfungskette.

Zu den wesentlichen Umschlagsgütern im Papenburger Hafen zählen nach wie vor Torf, Stahl, Baustoffe, Holz, Dünger und Futtermittelzusätze. Die Haupthandelswege der Seeschifffahrt führen ins Baltikum, nach Skandinavien und in den Mittelmeerraum.

Für das neue Jahr erwartet der Papenburger Wirtschaftsförderer gute Umschlagszahlen. „Insbesondere bei Holzprodukten und Dünger erwarten die Hafenbetriebe steigende Mengen.“ Die Investitionsbereitschaft der Hafen angesiedelten Betriebe sei zudem ungebrochen. „In der Gesamtbetrachtung ist letztlich der volkswirtschaftliche Nutzen je Umschlagstonne wichtiger, als jede Massezahl“, betont Walker. Mit Blick auf die hafenabhängig Beschäftigten sowohl bei der Meyer Werft, als auch bei den klassischen Hafenumschlagsbetrieben wisse man, welchen volkswirtschaftlichen Nutzen der Seehafen Papenburg und damit auch jede Tonne des Hafenumschlags habe. „Wir scheuen daher keinen Vergleich mit anderen Standorten bezüglich der Hafenumschläge. Klasse ist am Ende wichtiger als Masse“, so Walker.

Mit einem Rückgang der im Hafen umgeschlagenen Güter hat sich Papenburg gegen den Trend der deutschen Seehäfen entwickelt. Dort prognostizierten Experten zuletzt eine Verbesserung der Zahlen um etwa zwei Prozent.


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