Amnesty-Projekt Bücherei in ausgedienter Papenburger Telefonzelle

Freuen sich über den Büchertausch in der Telefonzelle: Sebastian Borghardt, Gerold Siemer, Daniela Engbers und Benedickt Papen (von links). Foto: Dirk HellmersFreuen sich über den Büchertausch in der Telefonzelle: Sebastian Borghardt, Gerold Siemer, Daniela Engbers und Benedickt Papen (von links). Foto: Dirk Hellmers

Papenburg. Jeweils einen Meter breit und lang sowie 2,30 Meter hoch – dass sind die Maße von Papenburgs kleinster öffentlicher Bücherei. Die ehemalige Telefonzelle der Post bietet ab sofort Lesestoff am Papenburger Hauptkanal. Initiator ist die örtliche Gruppe der Amnesty-International-Gruppe (ai).

„Wir wollen den kulturellen Austausch fördern“, sagt ai-Vorsitzender Gerold Siemer. Die Telefonzelle stand bereits auf der Landesgartenschau und soll nun vor der evangelisch-lutherischen Nikolaikirche ihren festen Platz haben. „Die Resonanz war bisher gut“, so Siemer. Den Sommer über seien schätzungsweise 1000 Bücher aus den Regalen genommen worden. Genaue Zahlen hat er nicht. Leser können in der Zelle Bücher hinterlassen, sie zurückbringen oder auch mitnehmen und behalten. „Wir schauen nur, was passiert und füllen auf.“

Auf einen Erfolg wie auf der Gartenschau hofft Siemer auch jetzt. Mit Pastor Sebastian Borghardt sei ein engagierter Mitstreiter gefunden worden. Der Seelsorger stellt nicht nur das Kirchengrundstück zur Verfügung, sondern macht auch Werbung für das Projekt und spricht Passanten an.

Im Inneren zwischen den Büchern in vielen verschiedenen Sprachen liegt auch Infomaterial zu Amnesty International sowie eine Spendendose. Diese wurde, sehr zum Ärger Siemers, allerdings schon aufgebrochen. Viel zu holen sei dort jedoch nicht. „Wir leeren die Dose alle zwei oder drei Tage.“ Zudem sollten größere Spenden aus seiner Sicht auch besser überwiesen werden. Daten dafür sowie ein QR-Code, um direkt vom Smartphone aus zu spenden, liegen in der Telefonzelle ebenfalls aus.

Für Pastor Borghardt ist die Zelle eine „charmante Erinnerung“. Schließlich sind die gelben Häuschen nahezu komplett aus dem Stadtbild verschwunden. Zudem helfe er gerne anderen Gruppen dabei, Gutes zu tun.