Zwei Varianten Zur Herkunft der Namen Rupprecht und Rübertus

Von Winfried Breidbach

Mit fast 10000 Namensträgern ist Rupprecht ein sehr häufiger Familienname,. Symbolfoto: dpaMit fast 10000 Namensträgern ist Rupprecht ein sehr häufiger Familienname,. Symbolfoto: dpa

Papenburg. Norbert Rupprecht aus Freren fragt sich, ob sein Familienname etwas mit „Recht“ oder „gerecht“ zu tun hat. Leserin Barbara Rübertus möchte gerne wissen, woher der Name „Rübertus“ kommt.

Mit fast 10.000 Namensträgern ist Rupprecht ein sehr häufiger Familienname, der in allen Regionen Deutschlands zu finden ist. Konzentriert tritt der Name aber im Süden auf, insbesondere im Raum Nürnberg/Oberpfalz. Demgegenüber ist Rübertus ein seltener Nachname. Mehr als die Hälfte der etwa 60 Namensträger leben im Landkreis Emsland.

Beide Namen gehen auf den germanischen Rufname Hrôdberaht zurück, der die Namenwörter hrôd „Ruhm“ und beraht „glänzend, berühmt“ enthält. Die Namensform Hrôdberaht blieb im ältesten Niederdeutschen zunächst erhalten, im Hochdeutschen galt die Form Hruodberaht. Der sehr beliebte Name wurde schon früh vereinfacht, das anlautende H- schwand überall. Aus niederdeutsch Rôdberaht und hochdeutsch Ruodberaht (später Rûdberaht) entstanden zahlreiche Namenvarianten. Der Konsonant -d- von Rôd-/Rûd- wurde zumeist als -b- oder -p- an das folgende -b- angeglichen. Nur in den seltenen heutigen Familiennamen Rodbert und Rodbertus ist -d- erhalten.

Der Namenbestandteil -beraht wurde einerseits über -berht zu -bert verkürzt, andererseits entstand aus -beraht über eine Zwischenstufe -bracht die Form -brecht. Beide Varianten sind für das 8. Jahrhundert nachzuweisen und bestanden zum Teil in der gleichen Region nebeneinander. In der ersten Silbe gibt es seit dem frühen Mittelalter Varianten mit den Vokalen -o- und -u-.

Die heutigen Familiennamen spiegeln die große Zahl der über die Jahrhunderte entstandenen Namenvarianten wider. Weit mehr als 100 Namen gehen auf den Rufnamen Hrôdberaht zurück. Die wichtigsten Formen sind Rupprecht/Ruprecht, Rubrecht, Rupert, Rubert, Robrecht, Robert/Robbert, Roppert, alle mit zahlreichen Nebenformen.

In einigen Fällen hat sich eine Namensform mit der lateinischen Endung -us zum Familiennamen verfestigt. Neben der schon erwähnten Form Rodbertus sind dies Rupertus, Ruppertus, Rubertus und Rübertus. In lateinischen Urkunden wurden solche Formen verwendet, jemand namens Rupert erschien so als Rupertus. Die heutigen Namen mit -us gehen aber sicher nicht bis ins Mittelalter zurück. Die Endung -us wurde in der Renaissance an bestehende Familiennamen angehängt.

Der Umlautvokal -ü- in Rübertus findet sich auch in den Nachnamen Rübber(d)t und Rüppert. Im Emsland kann auch ein Einfluss des niederländischen Namens Rubertus vorliegen, der als Rübertus ausgesprochen wird.


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