Lob für Mitarbeiter-Leistung Meyer Werft macht finnischen Standort stark



Papenburg. Für die Papenburger Meyer Werft endet ein Jahr mit großen Veränderungen. Dazu zählt der Kauf des finnischen Standortes in Turku. Dessen Neuausrichtung ist dem Unternehmen so wichtig, dass erstmals in der 220-jährigen Firmengeschichte ein Mitglied der Gründerfamilie dauerhaft die Geschäfte aus dem Ausland leiten wird.

Im neuen Jahr wird Dr. Jan Meyer, einer der drei Geschäftsführer und Sohn von Firmenchef Bernard Meyer nach Finnland ziehen und die Leitung des Tochterunternehmens „Meyer Turku Oy“ übernehmen. Aus informierten Kreisen heißt es, dass Meyer damit in Finnland ein starkes Zeichen setzen und deutlich machen möchte, wie wichtig dem Unternehmen der Aufbau der seit Jahren kriselnden Werft an der Ostsee ist. Jan Meyer wird in Turku den Bau und die Ablieferung der Kreuzfahrtriesen „Mein Schiff 4, 5 und 6“ koordinieren. Zudem soll in Turku eine besonders umweltfreundliche Fähre für die estnische Reederei AS Tallink gebaut werden.

Nach Informationen unserer Zeitung nimmt Jan Meyer auch seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder mit nach Finnland. Ob der Wohnortwechsel des 37-Jährigen auf einige Jahre befristet ist oder ob er die finnische Ostseeküste möglicherweise sogar zu seiner neuen Heimat machen möchte, ist offen. Das Papenburger Unternehmen möchte diese Information mit Verweis auf „Privatangelegenheiten“ weder bestätigen noch kommentieren. Ein Teil der Aufgaben, die Jan Meyer aufgrund seines Umzugs in Papenburg nicht mehr wahrnehmen kann, wird der langjährige Geschäftsführer Lambert Kruse übernehmen.

Unternehmens-Chef Bernard Meyer zieht eine sehr positive Bilanz des zu Ende gehenden Jahres: Das Jahr 2014 war für die Meyer Werft und für die Rostocker Tochterfirma, die Neptun Werft, „ein historisches Jahr mit großen Herausforderungen“. Mit der „Quantum of the Seas“ hatte die Werft ihr bislang größtes Schiff zu bauen und abzuliefern. „Für unsere Mitarbeiter war es eine weitere Herausforderung, dieses Schiff zu konstruieren und in nur circa 20 Monaten zu bauen. Mit viel Engagement ist es gelungen, auch dieses Schiff pünktlich und einwandfrei abzuliefern. Diesen Einsatz und die Motivation brauchen wir weiterhin für die kommenden Jahre“, so Geschäftsführer Bernard Meyer.

Eine Besonderheit im Jahr 2014 war die Umsetzung der neuen Baustrategie in Papenburg. Nur mit der neuen Aufteilung der Schiffe in zwei große Schwimmteile sei es möglich, pro Jahr zwei solcher Schiffe aus dem Baudock 2 zu liefern. Acht Kreuzfahrtschiffe und 17 Flusskreuzfahrtschiffe werden in den nächsten Jahren von der Neptun und der Meyer Werft gebaut.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN