St. Amandus ausgezeichnet Siegel der Deutschen Schachjugend für Aschendorfer Kita


Aschendorf. Als erste Kindertagesstätte in Deutschland darf das Haus für Kinder & Familien in Aschendorf das Siegel der Deutschen Schachjugend tragen. Die Auszeichnung hat der Kindergarten in einem bislang ebenfalls einmaligen Verbund mit der Amandusschule, der Heinrich-Middendorf-Oberschule sowie dem Sportverein TuS Aschendorf erhalten.

Mit der offiziellen Verleihung ging zugleich die erste Herausforderung einher. Patrick Wiebe, der bei der Deutschen Schachjugend für das Schulschach zuständig ist, forderte die Jungen und Mädchen zum Duell. Dabei spielte er simultan gegen etwa 30 Kinder. „Wenn überhaupt jemand ein Unentschieden holt, ist das außergewöhnlich“, hatte Edmund Bruns, Sozialpädagoge der Oberschule, vor den Spielen wenig Hoffnung. Der Mitinitiator der Kooperation „Schach von 6 bis 16 in Aschendorf“ wurde jedoch eines Besseren belehrt. Bis Wiebe, immerhin auf Rang 16 der Weser-Ems-Rangliste, das erste Kind matt setzte, verging eine Stunde. „Die haben sich gut geschlagen“, meinte Bruns. Eine beachtliche Leistung zeigten dabei die Fünftklässlerin Ella Klötzel und Kai Klingenhagen aus der Jahrgangsstufe 4. Sie trotzten dem Experten ein achtbares Remis ab.

Wiebe bezeichnete die Kooperation mit der Kita als Vorreiter, da sie bundesweit einmalig sei. Außer den Aschendorfern haben bis dato überhaupt erst 40 weitere Schulen das Siegel erhalten, darunter auch die Ludgerusschule Rhede. Sie war 2008 die dritte Schule, die ausgezeichnet wurde. Etwa zur selben Zeit fing Hermann Schlömer mit einer Enkelin Emira an, Schach zu spielen, die davon im St.-Amandus-Kindergarten berichtete. Im Sommer 2009 startete Schlömer mit dem Schachunterricht für Mädchen und Jungen in der Kita. Von dort sei das Schachfieber auf die Grundschule übergesprungen, berichtete Marieta Schürmann, Leiterin des Hauses für Kinder & Familien St. Amandus.

Warum gerade Schach? Das Spiel fördere das Nachdenken. „Wer ein Schachbrett lesen kann, kann auch ein Buch lesen“, erklärt Schürmann. Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) lobte „das tolle Bildungsprojekt“. Es sei ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in der Schule.

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