Mehr verkaufsoffene Sonntage Papenburg soll Erholungsort werden

Von Stefan Prinz

Prädikat mit Folgen: Sollte Papenburg die Auszeichnung stattlich anerkannter Erholungsort bekommen, wären acht statt vier verkaufsoffene Sonntage möglich. Foto: dpaPrädikat mit Folgen: Sollte Papenburg die Auszeichnung stattlich anerkannter Erholungsort bekommen, wären acht statt vier verkaufsoffene Sonntage möglich. Foto: dpa

Papenburg. In Papenburg laufen Vorbereitungen, die Stadt zum staatlich anerkannten Erholungsort zu machen. Für Kunden und Geschäftsleute in der Stadt hätte das einen erheblichen Vorteil: Die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage könnte pro Jahr von vier auf acht verdoppelt werden. Nicht alle sind begeistert.

Zurzeit werden die Geschäftsleute im Stadtteil Untenende befragt, ob sie mehr verkaufsoffene Sonntage überhaupt wollen, erklärt Roland Averdung, Modehausinhaber und Vorsitzender der Werbegruppe Stadtmitte. In Aschendorf und am Obenende sei allerdings schon jetzt erkennbar, dass dort kein Interesse an einer Ausweitung von verkaufsoffenen Sonntagen bestehe. Eine Zustimmung der Geschäftswelt bezeichnete Averdung als „Grundvoraussetzung“, damit sich Papenburg auf den Titel bewirbt. „Mit dem Ergebnis ist in zwei bis drei Wochen zu rechnen“, so Averdung.

Die Zulassung als staatlich anerkannter Erholungsort müsste Papenburg schließlich beim Land Niedersachsen beantragen. Der Titel wird an Orte vergeben, deren Luft und Klima laut einem Gutachten Eigenschaften aufweisen, die der Erholung förderlich sind. Einer der Orte in der Region, die sich bereits mit dieser Auszeichnung schmücken dürfen, ist Esterwegen.

Im Gegensatz zu Luftkurorten und anderen Kurorten müssen in Erholungsorten keine medizinischen Einrichtungen für Kurmaßnahmen vorhanden sein. Voraussetzung ist jedoch eine auf Tourismus ausgelegte Infrastruktur. Mit seinen rund 300000 Werftbesuchern pro Jahr dürfte Papenburg diesen Nachweis auch erbringen können.

Im Stadtrat ist die Meinung noch geteilt. Die Grünen unterstützen das Vorhaben: „Es wird ein langer und steiniger Weg, ein staatlich anerkannter Erholungsort zu werden“, sagt Fraktionschef Nikolaus Schütte zur Wick. „Unsere Fraktion unterstützt diese Idee. Wir müssen in Papenburg mehr Naturräume schaffen und die Natursünden der vergangenen Jahre beenden. Weitere verkaufsoffene Sonntage können einen neuen Impuls geben, Papenburg als Gesamtstadt weiter zu beleben“, sagt der Grünen-Stadtrat. Ganz anders sieht das die SPD. Deren Fraktionschef Peter Raske erklärt: „Die SPD-Fraktion sieht keinen Grund, die bestehenden gesetzlichen Regelungen zu den Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen auszuweiten.“ Deshalb werde die SPD keiner Ausweitung der Sonntagsöffnung zustimmen.

Die SPD trete dafür ein, den Schutz des Sonntages zu stärken. Im Grundgesetz heißt es: „Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt. Der Sonntag ist damit ein freier Tag für die ganze Gesellschaft“, so Raske. Zwar sei Sonntagsarbeit in einigen Berufen notwendig. Sie sollte aber die Ausnahme sein, so Raske.