Papenburgerin wird 100 Großer Rummel um Wilhelmine Pasligh

Von Susanne Risius-Hartwig

Wilhelmine Pasligh im Kreise ihrer Familie: Die beiden Söhne Heinrich und Hans-Günter mit ihren Ehefrauen, die Enkelkinder und Urenkel. Foto: S. Risius-HartwigWilhelmine Pasligh im Kreise ihrer Familie: Die beiden Söhne Heinrich und Hans-Günter mit ihren Ehefrauen, die Enkelkinder und Urenkel. Foto: S. Risius-Hartwig

Papenburg. Wilhelmine Pasligh, geborene Santen, ist Papenburgerin durch und durch. Umgezogen ist sie nur einmal vom Grader Weg in die Gartenstraße. Dort wohnt sie in der eigenen Wohnung. – Sohn Hans-Günter und ihre Schwiegertochter direkt nebenan. Gestern kamen Familienangehörige und Freunde zum Teil von weit her, um mit der Jubilarin in der Gaststätte Schulte Lind den 100. Geburtstag zu feiern.

Was wünscht sich wohl eine 100-Jährige? „Dass ich meinen Verstand behalte,“ antwortet Wilhelmine Pasligh ohne Zögern, und ihre Augen blicken dabei wach durch die goldfarbene Brille. „Das wünscht sich meine Mutter schon seit ihrem 90. Geburtstag und dieser Wunsch ging in Erfüllung,“ freut sich Sohn Heinrich Pasligh, der in Syke bei Bremen wohnt.

Ein „großer Rummel“ wurde gestern um die Jubilarin gemacht, was ihr eigentlich gar nicht so liegt, erzählen Familienangehörige. Dennoch freute sich die rüstige Dame über die vielen Gesichter, besonders über ihre Enkel- und Urenkelkinder. Fünf der Urenkel feierten mit, sieben gibt es insgesamt, Nummer acht ist unterwegs, erzählt die Uroma.

Offizieller Empfang, Mittagessen, Kaffeetafel – es war ein ereignisreicher Tag für die 100-Jährige. Sogar Ministerpräsident Stephan Weil gratulierte Wilhelmine Pasligh zum „seltenen Fest der Vollendung des 100. Lebensjahres“ und der Papenburger Bürgermeister Jan-Peter Bechtluft überbrachte diese Glückwünsche des Landes Niedersachsen sowie eine Urkunde der Stadt Papenburg samt Präsentkorb.

Zu den weiteren Gratulanten zählte Pastor Gerrit Weusthoff, der sehr persönliche Worte für die Jubilarin fand: „Ihre Größe sind die ganz vielen kleinen Schritte und das strahlt unheimlich viel aus.“ Die Papenburgerin sei den Weg gegangen, den der Herr ihr gewiesen habe, mit einem beispielhaften Gottvertrauen.

Wilhelmine Pasligh war das Jüngste von sechs Kindern. Nach einer Ausbildung zur Textilverkäuferin arbeitete sie bis zur Geburt des ersten Sohnes. Ihr Mann Gerhard Pasligh war Lokführer bei der Bundesbahn. Er starb 1977. Zwei Kriege fallen in die Lebenszeit der Jubilarin, sie zählt auf, welche Angehörigen sie verloren hat. Schlimm war aber auch die Nachkriegszeit, erinnert sich die Papenburgerin. Aber dann hat man sich etwas erarbeitet und war zufrieden, sagt sie. Schließlich verrät die 100-Jährige, die gerne noch für sich kocht, ihr Rezept, um gesund alt zu werden: „Man muss in Bewegung bleiben.“

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