Auf den letzten Drücker Viele Winterreifen noch nicht montiert

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Zu „Matsch-und-Schnee-Reifen“ rät Bernd Osters (rechts), stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung (rechts), Vielfahrern. Sein Mitarbeiter Günter Baalmann ist gerade mit einem Reifenwechsel befasst. Foto: Jürgen EdenZu „Matsch-und-Schnee-Reifen“ rät Bernd Osters (rechts), stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung (rechts), Vielfahrern. Sein Mitarbeiter Günter Baalmann ist gerade mit einem Reifenwechsel befasst. Foto: Jürgen Eden

jed Papenburg. Noch längst nicht alle Autofahrer im nördlichen Emsland haben auf Winterreifen umgerüstet. Das ergab am Mittwoch eine Umfrage unserer Redaktion in einigen Werkstätten.

Zurückhaltend sind die Kunden beispielsweise noch bei „Gela-Automobile“ in Rhede. Rund die Hälfte der Kunden haben nach Worten von Inhaber Heinz Lange ihre Winterreifen noch dort eingelagert. Gerade ältere Kunden setzen nach seinen Worten auf Spontaneität und kommen ohne Terminvereinbarung zum Reifenwechsel. Dann müssen sie allerdings längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Auch beim Kfz-Meister Manfred Schnieders aus Dörpen mehren sich erst jetzt die Anfragen seiner Kunden. „Viele kommen auf den letzten Drücker“, stellt der Dörpener Kfz-Meister fest. Über 60 Prozent der eingelagerten Reifen muss er nach eigenem Bekunden noch montieren.

Anders stellt sich die Situation beim Autohaus Schlömer in Lathen dar. „Bei uns ist die Winterreifensaison weitestgehend abgeschlossen. Die meisten Kunden vereinbarten schon sehr früh einen Montagetermin bei uns“, sagt Inhaber Rudolf Schlömer. Relativ entspannt ist die Situation auch bei Bernhard Osters in Sögel. Es werden zwar täglich viele Reifen montiert, aber ein Großteil der Kunden hatte nach Osters Worten frühzeitig einen Werkstatttermin vereinbart. So sind bei Osters nach eigenen Angaben rund 70 Prozent seiner Kunden schon jetzt mit Winterreifen unterwegs.

Auf Fragen von Autofahrern, ob auch die Allwetterreifen ausreichend sind, reagiert Osters als stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung Aschendorf-Hümmling eher zurückhaltend: „Die sind vielleicht was für Autofahrer, die nur gelegentlich unterwegs sind. Pendlern würde ich derartige Reifen nicht empfehlen.“ Denn gerade in den Morgen- und Abendstunden müsse immer mit Glätte gerechnet werden.

Zur Rechtslage sagte Gerd Müßing, Verkehrssicherheitsberater beim Polizeikommissariat in Papenburg, auf Anfrage: „Die Straßenverkehrsordnung nennt kein konkretes Datum. Der Gesetzgeber sagt aber, dass bei winterlichen Witterungsverhältnissen, also bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte, nur Reifen mit geeigneten Profilen und Strukturen gefahren werden dürfen.“ Der oft genannte Zeitraum von Oktober bis Ostern habe entgegen weitverbreiteter Meinung keine gesetzliche Bindungsfrist. Für den Fuhrpark der Polizei dient er aber als Faustregel.

Wer dieses Thema bisher auf die lange Bank geschoben hat, sollte jetzt jedoch tätig werden: Denn bei der Verwendung von ungeeigneten Reifen im Straßenverkehr droht ein Bußgeld zwischen 60 und 120 Euro sowie der Eintrag von einem Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg. „Gerade bei Verkehrsunfällen schauen wir sehr genau hin, ob geeignete Reifen verwendet wurden“, warnt Müßing.


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