Ein Bild von Stefan Prinz
25.11.2014, 21:19 Uhr NACH ISRAEL-INTERVIEW

DGB braucht den Mut von Gitta Connemann

Ein Kommentar von Stefan Prinz


Verteidigt Israels Politik: Gitta Connemann im Sommer während des Interviews mit der Ems-Zeitung. Foto: Hermann HinrichsVerteidigt Israels Politik: Gitta Connemann im Sommer während des Interviews mit der Ems-Zeitung. Foto: Hermann Hinrichs

Papenburg. Die emsländische Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann ist für ihr klares Bekenntnis zu Israels Politik ausgezeichnet worden. Schade, dass der Deutsche Gewerkschaftsbund nicht den gleichen Mut hat, mein Kommentator Stefan Prinz. Denn dessen Kritik an Connemann ist auch berechtigt.

Gitta Connemann hat Mut bewiesen. In dieser Frage gibt es keinen Widerspruch. Die CDU-Bundestagsabgeordnete hatte sich nach ihrer Reise ins Krisengebiet unmissverständlich auf die Seite des Staates Israel gestellt. Dass sie dafür mit der gesamten Bandbreite öffentlicher Reaktionen zu rechnen hatte, dürfte ihr von Anfang an bewusst gewesen sein. Trotzdem hat sie sich eindeutig positioniert. Das verdient Anerkennung. Gerade von Abgeordneten, die auf das allgemeine Wohlwollen in ihrem Wahlkreis angewiesen sind. Klare Kante ist da leider oftmals ein seltenes Phänomen. Die sehr unkritische Haltung Connemanns zur israelischen Politik muss man nicht teilen. Es gibt gute Gründe, sich ähnlich ablehnend zu zeigen, wie es der Gewerkschaftsbund getan hatte.

Zu einer funktionierenden Demokratie gehört allerdings eine Diskussions-Kultur – der Streit zweier Fronten um die besten Argumente. Und genau dort hat der DGB Ostfriesland-Nördliches Emsland versagt. Während Cšonnemann ihre Position weiter verteidigt, waren die Gewerkschafter über den Sturm gegen ihre Kritik offensichtlich so eingeschüchtert, dass sie sich verkrochen haben.

Damit erweisen sie einer demokratischen Gesellschaft keinen Gefallen. Kritik muss erlaubt sein. An den Äußerungen Gitta Connemanns. Und an Israels Politik. Unsere Gesellschaft braucht einen DGB, der so mutig ist wie Gitta Connemann.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN