Deutsch-Israelische Gesellschaft Nach Ems-Zeitung-Interview: Preis für Connemanns Mut

Von Stefan Prinz

Auszeichnung für Bekenntnis zu Israel: Botschaftsgesandter Abi Nir-Feldklein, Gitta Connemann, DIG-Vorsitzender Axel Holst und Dr. Matthias Küntzel (von links). Foto: SchmitterAuszeichnung für Bekenntnis zu Israel: Botschaftsgesandter Abi Nir-Feldklein, Gitta Connemann, DIG-Vorsitzender Axel Holst und Dr. Matthias Küntzel (von links). Foto: Schmitter

Papenburg. Es war ein Interview mit Folgen: Anfang August hatte die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann im Interview mit der Ems-Zeitung über ihre Reise nach Israel und über den Konflikt zwischen Juden und Palästinensern gesprochen. Für ihr Bekenntnis zu Israel hat ihr jetzt die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Aachen den Ehrenpreis verliehen.

Sogar der Gesandte der israelischen Botschaft, Avraham Nir-Feldklein, war nach Aachen gekommen, um Gitta Connemann im Namen seines Landes zu gratulieren. Die Bundestagsabgeordnete befindet sich als Preisträgerin in prominenter Gesellschaft: In den vergangenen Jahren erhielten unter anderen die Schauspielerin Iris Berben, der ehemalige Bundesminister Jürgen Rüttgers und der Publizist Ralph Giordano die Auszeichnung.

Der Politikwissenschaftler Dr. Matthias Küntzel lobte in seiner Laudatio laut einer Mitteilung der DIG Connemanns „Mut, die Wahrheit auszusprechen“. Sie verkörpere die Freiheit einer Abgeordneten, die unabhängig sei und die fest zu ihren Standpunkten stehe. „Diese Unabhängigkeit und Festigkeit stellte sie auch im Sommer dieses Jahres, als Israel wegen vermeintlicher Kriegsverbrechen am Pranger stand, unter Beweis. Auf dem Höhepunkt des Gaza-Kriegs – die israelische Bodenoffensive war bereits angelaufen – besuchte Gitta Connemann Israel, um, wie sie sagte, ein Zeichen der Solidarität und ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.“

Nach dieser Reise ließ sie sich auch durch hasserfüllte E-Mails, in denen man sie als „Judenhure“ beschimpfte, nicht einschüchtern. Küntzel kritisierte auch den DGB Ostfriesland-Nördliches Emsland scharf, der Connemann damals aufgrund ihrer aus DGB-Sicht zu unkritischen Äußerungen als Gastrednerin in der KZ-Gedenkstätte Esterwegen ausgeladen hatte. „Die Begründung dieser Ausladung ist absurd“, so Küntzel. Diese Angelegenheit sei „noch nicht ganz ausgestanden“.

Der DGB hatte sich nach der Ausladung im Sommer entschuldigt. Für eine neue Stellungnahme war der DGB gestern nicht zu erreichen.