Theatergruppe „navigare“ probt Papenburg: „Graf Götzen“ feiert 2015 Premiere

Das Amateurtheaterensemble „navigare“ probt das Stück „Graf Götzen – ein Schiff in Kisten“ in der Aula der Heinrich-Middendorf-Oberschule in Aschendorf. Foto: Jennifer KemkerDas Amateurtheaterensemble „navigare“ probt das Stück „Graf Götzen – ein Schiff in Kisten“ in der Aula der Heinrich-Middendorf-Oberschule in Aschendorf. Foto: Jennifer Kemker

jke Aschendorf. Die Papenburger Theatergruppe „navigare“ wird am 25. Februar um 19.30 Uhr das Stück „Graf Götzen – ein Schiff in Kisten“ im Stadttheater in Papenburg aufführen. Bis Ende Oktober soll das Ensemble 14 Aufführungen spielen. Sieben werden davon in Papenburg sein.

Die 30-köpfige Mannschaft um Regisseur Norbert Knitsch wird nach Angaben des Vorsitzenden Werner Kleimann die außergewöhnliche Geschichte der „Graf Götzen“ lebendig halten, die ihren Ursprung in der Schiffbauerstadt Papenburg hat.

Während Knitsch an dem Drehbuch geschrieben hatte, habe er sich vom Buch „Eine Frage der Zeit“ von Alex Capus und dem Dokumentarfilm „Die lang Fahrt der Graf Götzen von Papenburg nach Afrika“ inspirieren lassen. Der Kern des Stückes sei nach den Worten des Vorsitzenden, die Realität zusammen mit der Fiktion zu inszenieren. Das auf der Meyer Werft in Papenburg gebaute Schiff soll dabei die Realität widerspiegeln. Das Geschehen während des Schifftransports nach Afrika soll als fiktionale Nacherzählung auf die Bühne gebracht werden.

Die „Graf Götzen“ ist 1913 von Kaiser Wilhelm II. bei der Werft in Auftrag gegeben worden. Es war für den Einsatz in der deutschen Kolonie Ostafrika auf dem Tangajikasee vorgesehen. Eine herkömmliche Überführung war nicht möglich, so dass das Schiff in 5000 Holzkisten verpackt werden musste.

Die Werftarbeiter Anton Rüter, Rudolf Tellmann und Hermann Wendt haben mithilfe der Einheimischen das Schiff innerhalb eines Jahres wieder zusammengebaut. Dabei geriet es in die Wirren des Ersten Weltkrieges und wurde 1916 von Belgiern beschossen. Um es nicht in deren Hände fallen zu lassen, wurde es von den Deutschen versenkt. Insgesamt lag die „Graf Götzen“ neun Jahre auf dem Grund, bis sie wieder flott gemacht und 1927 auf den Namen „Liemba“ umgetauft worden ist.

Ziel des Projektes ist es Vorsitzendem Kleimann zufolge, Mitspieler unterschiedlicher Nationalitäten zu beteiligen und in die Inszenierung einzubeziehen. „Während der intensiven theaterpädagogischen Gruppenarbeit soll ein Verständnis von Toleranz, Integration und Respekt aufgebaut werden.“ Laut Knitsch soll die „Graf Götzen“ einen besonderen Stellenwert für die deutschen und afrikanischen Darsteller haben, denn sie reflektiere einen Teil der deutsch-afrikanischen Kolonialgeschichte des Ersten Weltkrieges.

Das Theaterprojekt wird von der Afrikanischen Trommelgruppe Diembe aus Dörpen, dem Aschendorfer Schießverein und der Caritas Werkstatt in Papenburg unterstützt. Insgesamt wirken 30 Darsteller, darunter 16 Hauptdarsteller und 13 Nebendarsteller, an der Umsetzung des Schauspiels mit.