Verfahren gegen drei Männer Papenburger Drogendealer mehrfach beraubt

Von Horst Troiza

Vor dem Landgericht Osnabrück müssen sich jetzt drei Angeklagte verantworten. Symbolfoto: Volkmar SchulzVor dem Landgericht Osnabrück müssen sich jetzt drei Angeklagte verantworten. Symbolfoto: Volkmar Schulz

Osnabrück. Gleich zweimal wurde im Januar ein Dealer in seiner Papenburger Wohnung überfallen und um Stoff, Geldbeträge und Wertgegenstände beraubt. Tatverdächtig sind drei Männer, darunter einer aus Papenburg und einer aus Westoverledingen. Das Verfahren gegen sie hat jetzt vor dem Landgericht Osnabrück begonnen.

Am ersten Tag der Verhandlung vor der 18. großen Strafkammer hat der Hauptangeklagte, ein 30-Jähriger aus Bad Hönningen in Rheinland-Pfalz, einen wesentlichen Teil der Vorwürfe eingeräumt. So habe er sich am 7. Januar Einlass in die Wohnung in der Glashüttenstraße verschafft, weil die Wohnungstür nur angelehnt gewesen war. Mit einem großen Küchenmesser in der Hand hatte er den 35-jährigen Mieter zwingen können, ihm Geld und Marihuana auszuhändigen.

Anschließend war er in das Auto der zwei Mitangeklagten gestiegen. Erst dann habe er ihnen, so der Angeklagte, von dem Überfall erzählt. Dem 24-Jährigen aus Westoverledigen habe er 100 Euro geschenkt und ihm das ebenfalls geraubte Marihuana, etwa 15 Gramm, für 30 Euro überlassen. Der Fahrer, ein 32-jähriger Papenburger, soll von ihm zwei Schachteln Zigaretten erhalten haben.

Weiterhin hat der Hauptangeklagte gestanden, sich am 30. Januar in dieselbe Wohnung begeben zu haben, dieses Mal mit einem Baseball-Schläger bewaffnet. „Ich hatte zu jener Zeit kein Geld, war arbeitslos und habe mir gedacht: Den kannst du noch einmal abziehen.“ Drinnen hatte er den Dealer sowie drei von dessen Bekannten angetroffen. Ersteren will er nach eigener Darstellung nur mit dem Knauf des Schlägers gestupst haben, sodass dieser ihm eingeschüchtert 260 Euro, 62 Gramm Marihuana, eine Spielekonsole mit Spielen sowie ein Mobiltelefon ausgehändigt habe. Auch hier will der Angeklagte ohne das Wissen seiner Kumpane gehandelt haben. Als ein Nachbar aufgetaucht sei, war er aus dem Fenster gesprungen, wobei er sich das Schultergelenk ausgekugelt hatte. Im Krankenhaus waren er und der Westoverledinger von der vom Dealer alarmierten Polizei festgenommen worden.

Die Aussagen decken sich jedoch nicht völlig mit jenen, die vor dem Verfahren gemacht wurden. So hat zum Beispiel der Überfallene, der derzeit auch wegen des Besitzes und Handels von Marihuana vor Gericht steht, von zwei Tätern berichtet, die beim ersten Mal in seiner Wohnung waren. Den Hauptangeklagten hatte er bereits bei der Polizei anhand von Lichtbildern identifiziert, bei dem anderen war das nicht gelungen. Im Prozess habe er die Männer ebenfalls nicht als Komplizen erkannt.

Auch der 24-jährige Angeklagte hatte nach seiner Festnahme den Papenburger damals auch ins Haus habe gehen sehen. Jetzt behauptete er, dieser habe die ganze Zeit vor dem Haus gestanden und geraucht. Den Widerspruch erklärte er so, dass er damals unter Stress gestanden habe.

Das Verfahren wird fortgesetzt.