Geschäftsführung lehnt ab Ärztin will Marienhospital Zulassung abkaufen

Von Stefan Prinz

Am Papenburger Krankenhaus verhandelt eine Lungenfachärztin mit der Geschäftsleitung über ihre Selbstständigkeit. Foto: Karsten FreiAm Papenburger Krankenhaus verhandelt eine Lungenfachärztin mit der Geschäftsleitung über ihre Selbstständigkeit. Foto: Karsten Frei

Papenburg. Im Papenburger Marienhospital ringt eine Ärztin mit der Geschäftsleitung um ihre berufliche Zukunft in der Stadt. Verlierer dieser Verhandlungen könnten am Ende die Patienten sein. Denn es geht auch um den Fortbestand der Lungenfachärztlichen Abteilung im Krankenhaus.

Dr. Franziska Schmidt möchte selbstständiger sein. Deshalb hat sie gekündigt. Die 48-jährige Fachärztin für Lungenheilkunde ist angestellt beim Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Papenburg. Das ist eine Gesellschaft, die zum Krankenhaus gehört und in dessen Räumen auch untergebracht ist.

Die Arbeit als Lungenfachärztin in Papenburg würde Franziska Schmidt gerne weitermachen. Allerdings nicht als angestellte Ärztin, sondern als Selbstständige. Dieser Wechsel ist aber nicht so einfach. Denn die Kassenärztliche Vereinigung (KV) schreibt die Zahl der Lungenfachärzte in einem Gebiet streng vor. Und über die einzige zugelassene Lungenfacharzt-Stelle für das nördliche Emsland verfügt derzeit das MVZ, also das Marienhospital – derzeit besetzt mit Franziska Schmidt.

Die 48-jährige Medizinerin hat deshalb der Geschäftsführung des Krankenhauses nicht nur ihr Kündigungsschreiben auf den Tisch gelegt, sondern auch ein Angebot gemacht: Sie möchte der Krankenhaus-Geschäftsführung die Lungenfacharzt-Stelle abkaufen. Dann könnte sie als selbstständige Ärztin weiterhin alle Lungen-Patienten in Papenburg versorgen. Der Bedarf ist offensichtlich vorhanden: Über 1200 Patienten behandelt die Ärztin pro Quartal. Die nächsten Lungenfachärzte gibt es erst in Nordhorn oder Aurich.

Die Geschäftsführung des Krankenhauses ist allerdings von diesem Angebot nicht begeistert. Der Verkauf der lungenfachärztlichen Stelle wäre für das Krankenhaus nicht gut, sagt Geschäftsführer Matthias Bitter. Denn der finanzielle Gewinn dieser Abteilung bleibt derzeit beim Krankenhaus, die Ärztin bekommt als Angestellte ein festes Gehalt.

Würde Franziska Schmidt die Zulassung kaufen, dürfte sie den finanziellen Überschuss ihrer Arbeit künftig selbst behalten – und das Krankenhaus mit seinen ohnehin schon vorhandenen Finanzsorgen ginge leer aus.

„Wir versuchen, Frau Dr. Schmidt zu halten“, sagt Matthias Bitter. Denn er weiß auch, dass es sehr schwer werden wird, einen neuen Lungenfacharzt nach Papenburg zu holen.

Sollte keine Einigung zwischen dem Krankenhaus und der Medizinerin zustande kommen, dann würde Franziska Schmidt das Emsland wohl verlassen, bestätigt sie unserer Zeitung. Mit der Folge, dass es dann vielleicht überhaupt keinen Lungenfacharzt mehr im nördlichen Emsland gibt.