Rathaussturm Rockerprinz regiert Papenburger Narren


Papenburg. Gewalt ist keine Lösung – zumindest nicht, wenn das Papenburger Rathaus erobert werden soll. Mit Engelsgesang statt Muskelkraft haben die Narren des Papenburger Carnevals-Vereins (PCV) am Freitag das Verwaltungsgebäude gestürmt und damit die fünfte Jahreszeit auch in der Kanalstadt eingeläutet.

Neues Oberhaupt der Jecken ist Thorsten I. (Granzow), der nun ein Jahr mit seiner Frau Martina I. regiert. „Ab heute werden wir das Narrenzepter schwingen, mit euch feiern, lachen, tanzen und singen“, richtete der Obenender vom Rathaus-Balkon erste Worte zu seinem Volk herab.

Der Weg auf den Balkon gestaltete sich aber in diesem Jahr schwierig: Weder die traditionellen Stürmungsversuche des Nienhauser Offizierskorps (NOK) mit Kanonenschlägen noch die vom neuen Prinzen mitgebrachte Verstärkung brachten die Rathaustür ins Wanken. Als Kassenwart des Klubs „Freie Triker Ammerland-Ostfriesland-Emsland“ hatte er seine Rocker mitgebracht – aber nichts half.

Zuvor versuchte noch PCV-Präsident Dieter Mersch, sich den Eintritt ins Rathaus friedlich im Streitgespräch mit Bürgermeister Jan Peter Bechtluft zu verschaffen. Dieser zeigte sich aber unbeeindruckt von so viel Muskelkraft. „Mit NOK und Pampers-Rockern könnt ihr das Rathaustor nicht lockern.“ Dabei erklärte Bechtluft auch, warum er so unerschrocken sei: „Wer jahrelang den Rat erlebt, hat nicht mal Angst, wenn die Erde bebt.“

Erst das letzte Ass der Narren, als Nonnen verkleidete Schellenweiber, die vor dem Tor das aus dem Musical Sister Act bekannte Stück „I will follow him“ sangen, öffnete die Tür. Zu dem Rockerprinzen passende Musik ertönte hingegen beim abschließenden Feuerwerk mit „Hells Bells“ von ACDC.

Damit ist die 22. Session der Narren unter dem Motto „Der Globus eiert, wenn Papenburg Karneval feiert“ eröffnet. Ihren Höhepunkt erreicht sie ab dem 5. Februar mit den Sitzungen. Der Umzug findet am Sonntag, 15. Februar, statt.