Treffen mit CDU-Kreisvorständen Meyer: Turku sichert Standort Papenburg

Von Aloys Schulte

Die Zukunft des Schiffbaus in der Region stand im Mittelpunkt eines Treffens der CDU-Kreisvorstände mit Werft-Chef Bernard Meyer (Mitte). Auf dem Foto links Günter Wigbers, rechts Patrick Engel. Foto: Ingrid CloppenburgDie Zukunft des Schiffbaus in der Region stand im Mittelpunkt eines Treffens der CDU-Kreisvorstände mit Werft-Chef Bernard Meyer (Mitte). Auf dem Foto links Günter Wigbers, rechts Patrick Engel. Foto: Ingrid Cloppenburg

Papenburg. „Ich bin heute sicher, dass unser Engagement in Finnland ein echtes Stück Zukunftssicherung für den Standort Papenburg ist“, sagte Werft-Chef Bernard Meyer bei einem Meinungsaustausch mit den CDU-Kreisvorständen Aschendorf-Hümmling und Leer.

Im Mittelpunkt des Gesprächs auf der Werft stand allerdings der Masterplan Ems 2050. Meyer: „Nach vielen Jahren der Konfrontation und ungezählten Rechtsstreitigkeiten sitzen jetzt alle an einem Tisch: Bund, Land, Landkreise, die Umweltverbände und die Werft. Und wir haben alle das gleiche Ziel, nämlich eine echte Verbesserung der Wasserqualität der Ems.“

Nach der im August unterzeichneten Absichtserklärung sollen nun bis zum Jahresende konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Schlickproblematik vereinbart werden. Mit der Polderlösung, der Flutregulierung mithilfe des Emssperrwerkes und dem Bau einer Sohlschwelle stünden gegenwärtig „drei Varianten zur Verfügung, die in ihrer Kombination Erfolg versprechen“, so Meyer.

Für den CDU-Kreisvorsitzenden Patrick Engel aus Leer war klar, dass „wir 700 Hektar Ausgleichsfläche nicht haben und nicht opfern werden. Niemand kann das von der Landwirtschaft in Leer verlangen, weil es Existenzen vernichtet“, so Engel. Die Flächen sollen sowohl für Polder als auch für den allgemeinen Naturschutz zur Verfügung stehen. Trotzdem müssten Lösungen her, und das bedeute: Es müssen Kompromisse gefunden werden. Jochen Zerrahn von der Meyer Werft zeigte sich optimistisch. „Alle haben das Schwarz-Weiß-Denken aufgegeben und sind bereit, aufeinander zuzugehen.“

Günter Wigbers, der CDU-Kreisvorsitzende aus Sögel, bat Werft-Chef Meyer, die Hintergründe der Übernahme der größten Konkurrenz in Turku zu erläutern. „Nehmen Sie uns unsere Sorge, was ihr Engagement in Finnland angeht“, so Wigbers.

Meyer machte deutlich, dass es für die Werft „ein Riesenschritt“ gewesen sei. Aber er habe es aus Überzeugung für Papenburg getan und sei heute sicherer denn je, „dass er richtig war“. „Turku heißt Standortsicherung für Papenburg, anders kann ich es nicht sagen.“

Die Meyer Werft habe ihre Marktpositionen als Weltmarktführer im Passagierschiffbau gestärkt. Mit der Drei-Standorte-Politik, der Neptun Werft in Warnemünde, Meyer Turku Oy in Finnland und der Werft in Papenburg, konzentriere das Unternehmen Forschung und Entwicklung, Akquisition, Management und Einkauf. „Das macht uns stark, und unsere neue Größe verschafft uns einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz aus Italien, Frankreich und vor allem Südostasien.“ Mit der Beteiligung bei Meyer Turku Oy sei das Papenburger Unternehmen nunmehr endgültig international aufgestellt und für die Zukunft gerüstet.

Wigbers betonte, dass außerdem nun das Land Niedersachsen in der Pflicht sei, nach dem Mitfinanzierungsangebot von Stadt und Landkreis beim Thema Seeschleuse „den Knoten endlich durchzuschlagen“.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass die regionale Zusammenarbeit verstärkt werden müsse. Schließlich war es das erste Mal, dass sich führende CDU-Parteigremien aus dem Emsland und Leer gemeinsam auf den Weg machten.

Auch für Bernard Meyer ein Novum. „Ich bin sehr dankbar, dass es mit der Ems-Achse eine schlagkräftige Organisation gibt, die sich als Region um regional bedeutsame Themen kümmert.“ Dass sich dieser Weg auch in den Parteigremien kreisübergreifend fortsetze, begrüße er nachdrücklich.