Enteignungskarte veröffentlicht Ein geschichtliches Goldstück für Aschendorf

Die langen Wartezeiten vor der Herbrumer Schleuse sorgten in der Gastwirtschaft Schepers für reichlich Besuch. Die Aufnahme stammt aus den 1950er Jahren.Fotos: PrivatDie langen Wartezeiten vor der Herbrumer Schleuse sorgten in der Gastwirtschaft Schepers für reichlich Besuch. Die Aufnahme stammt aus den 1950er Jahren.Fotos: Privat

Aschendorf. Die nun 51. Ausgabe der „Aschendorfer Heimatblätter“ ist jüngst vom Heimat- und Bürgerverein Aschendorf herausgegeben worden. 80 Seiten umfasst das Heft, dass sich dieses Mal insbesondere dem Anschluss Aschendorfs an das deutsche Bahnnetz und der Geschichte der Gastwirtschaft Schepers bei der Herbrumer Schleuse widmet.

Ein regelrechtes Goldstück für die Historie Aschendorfs ist die sogenannte Expropriationskarte (Enteignungskarte) für den Bau der Bahnlinie im Bereich der Gemarkung Aschendorf, die um 1853 erstellt wurde. Zwei Zufälle haben es dem Verein beschert, in den Besitz des Originaldokuments zu gelangen, das neben der Trasse auch sämtliche betroffenen Flurstücke und deren Eigner ausweist. Für zahlreiche alteingessenen Familien Aschendorfs dürfte diese Karte damit womöglich verlorenengegangene Kenntnisse über früheren Grundbesitz ermöglichen.

Im Mittelpunkt des Artikels von Dieter Glatthaar und Gerd Harpel steht aber der Bau der Westbahn von Emden bis Rheine, der Strecke , die auch heute noch als wichtige Verbindung für den Personen- und Güterverkehr dient. Glatthaar und Harpel nennen als Datum für den Anschluss Aschendorfs an das deutsche Bahnnetz den 2. Mai 1856. An diesem Tag fand die Eröffnungsfahrt für den Teilabschnitt von Lingen nach Papenburg statt.

Einer für Aschendorf ebenfalls bedeutsamen Verkehrseinrichtung widmet sich Autor Dieter Simon: der Schleuse Herbrum und der hier lange Zeit ansässigen Gastwirtschaft Niemann, später Schepers. Simon beschreibt in seinem Beitrag detailreich die Entwicklung der Gastwirtschaft, der Betreiberfamilie und ihres Umfeldes, im Wesentlich bestehend aus dem Amtshaus Nienhaus, der Schleuse. Dabei lässt Simon auch Anekdoten nicht aus, wie sie beispielsweise von Wirt Nikolaus Meerjanssen überliefert sind. Um Gäste, die nicht aufbrechen wollten, ein wenig Antrieb zum Gehen zu geben, ließ er an kalten Tagen einfach das Feuer im Ofen ausgehen. Auch die Zeit des Zweiten Weltkriegs, in der die Schleuse Herbrum mittels mehrerer Flakstellungen gegen Fliegerangriffe verteidigt wurde, nimmt breiten Raum ein.

Weitere Kapitel des neuen Heimatblattes sind das Leben und Wirken des „Erbhofbauern Heribert Schulte-Eißing“ unter der Überschrift Straßennamen erzählen von Gerd Harpel und eine Bilder-Rückschau auf die Feier zum 90-jährigen Bestehen des Heimat- und Bürgervereins im Jahr 2014.