Erstmals Kurzzeitgruppe Papenburg: St.-Lukas-Heim baut ein neues Kinderhaus

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Die Rohbauarbeiten für das neue Kinderhaus stehen beim Papenburger Lukas-Heim kurz vor dem Abschluss. Rund 3,2 Millionen Euro werden investiert. Das Land Niedersachsen beteiligt sich über die Toto-Lotto-Stiftung mit 974000 Euro an dem Vorhaben. Foto: Jürgen EdenDie Rohbauarbeiten für das neue Kinderhaus stehen beim Papenburger Lukas-Heim kurz vor dem Abschluss. Rund 3,2 Millionen Euro werden investiert. Das Land Niedersachsen beteiligt sich über die Toto-Lotto-Stiftung mit 974000 Euro an dem Vorhaben. Foto: Jürgen Eden

Papenburg. Rege Bautätigkeiten bestimmen derzeit das Bild hinter dem Haupthaus des Papenburger St.-Lukas-Heimes. Dort entsteht für rund 3,2 Millionen Euro ein neues Kinderhaus, das erstmals auch eine Kurzzeitgruppe aufnimmt.

Die Rohbauarbeiten stehen nach Worten des Geschäftsführers Hans-Bernd Mäsker kurz vor dem Abschluss. In den kommenden Tagen werden Außenfenster und Außentüren geliefert und montiert. Damit wäre das neue, zweigeschossige Objekt winter- und wetterfest.

Bereits in den Jahren 2003 und 2004 gab es erste Ideen, ein neues Haus mit 36 Plätzen zu bauen. Denn das bisherige Kinderhaus in dem 1955 errichteten Haupthaus entspricht nicht mehr den heutigen Ansprüchen hinsichtlich der Privatsphäre, Pflege und Therapieangebote. Ziel ist nach Mäskers Worten, mehr Wohnlichkeit, aber auch Funktionalität für die heutigen fachlichen Anforderungen zu schaffen. So erstellte der Westoverledinger Architekt Gerd Janssen einen Entwurf, der den zweigeschossigen Neubau in drei Flügel gliedert.

Künftig werden dort fünf feste stationäre eigenständige Wohngruppen mit je sechs Kindern oder Jugendlichen ein Zuhause finden. Die neue, sogenannte Kurzzeitgruppe dient zur Entlastung von Eltern, die ihre Kinder oder Jugendlichen mit Behinderungen grundsätzlich zu Hause betreuen. Lediglich in der Urlaubsphase finden die Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen dann eine Unterkunft und Betreuung, damit ihre Angehörigen den Urlaub zur Reaktivierung der eigenen Kräfte nutzen können.

Alle Wohngruppen werden mit Einzelzimmern geplant, die jedoch aufgrund von Leichtbauwänden und einer Verbindungstür auch als Doppelzimmer umgewidmet werden können. Außerdem erhält jede Wohngruppe eine Terrasse oder einen geräumigen Balkon.

Eine weitere Besonderheit an die baulichen Anforderungen stellt sich, da zwei stationäre Gruppen als sogenannte Intensivgruppen dort Einzug halten werden. Hier steht die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit außerordentlich sozial-emotionalen Entwicklungsstörungen im Mittelpunkt. So wird dort auch ein sogenannter „Time-out-Raum“ als Schutzraum sowie ein zweiter Gemeinschaftsraum vorgehalten, der die Auflösung und Entzerrung belasteter Gruppensituationen ermöglicht.

Große, lichtdurchflutete Flure laden zum Treffen und Spielen ein. Ein Aufzug, aber auch Funktions- und Aufenthaltsräume für die Nachtbereitschaft sowie Mitarbeiter werden vorgehalten. Zudem sind auch Therapieräume und ein Besucherzimmer vorgesehen. Mäsker machte deutlich, dass man einen Großteil vom alten Kinderhaus allein schon aus historischen Gründen erhalten wolle. Schließlich handelt es sich dabei um das Ursprungsgebäude des St.-Lukas-Heimes. Dort befindet sich auch eine Kapelle. Im Papenburger St.-Lukas-Heim werden rund 1500 Menschen mit Behinderungen oder Hilfebedarf von derzeit rund 1050 Mitarbeitern gefördert und betreut.


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