Schütze nicht ermittelt Schuss trifft Auto in Papenburg

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Das zerschossene Blech hält Anton Mammes vor sein mittlerweile repariertes Auto. Foto: Jan-Hendrik KuntzeDas zerschossene Blech hält Anton Mammes vor sein mittlerweile repariertes Auto. Foto: Jan-Hendrik Kuntze

Papenburg. Es war am Sonntagabend, 7. September, als das Ehepaar Mammes aus Papenburg einen Schuss hörte. Dass das Projektil den Weg auf ihr Grundstück fand, bemerkten sie erst am folgenden Tag – ihr Auto hatte nämlich ein Einschussloch von einem Gewehr.

Weder im Wilden Westen noch in einem Mafiafilm, sondern in Papenburg haben sich diese Ereignisse zugetragen. Die Eheleute Mammes saßen auf dem Sofa im Wohnzimmer und sahen fern, als sie draußen einen Schuss hörten. Für sie ist das nichts Ungewöhnliches, denn ihr Grundstück grenzt an eine Fläche, auf der Jäger öfters auf der Pirsch nach Wild sind. Hundegebell verstärkte an diesem Tag ihre Vermutung, dass eine Jagd im Gange war. Doch am Vormittag des nächsten Tages bemerkte Anton Mammes, dass etwas nicht stimmte. Als seine Frau vom montäglichen Einkauf zurückkam, sprach er sie auf die Macke im Wagen an und fragte, wo sie denn das Auto stehen hatte. Erst beim näheren Hinsehen begriff das Ehepaar, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Schramme handelte. In ihrem Wagen, der unter dem Carport hinter dem Haus parkte, prangte über dem linken vorderen Radkasten ein kreisrundes Loch – Durchmesser: 9,2 Millimeter.

Ein Anruf bei der Polizei folgte. Dort wurden sie gebeten, mit dem Fahrzeug beim Polizeirevier in Papenburg vorstellig zu werden. Die Polizisten glaubten zunächst, das Loch sei mit einem Hammer in die Karosserie geschlagen worden, berichtet Anton Mammes. Doch schließlich sahen auch die Polizisten ein, dass das Loch wohl von einem Schuss stammen muss.

Die Ordnungshüter nahmen den Fall auf, jedoch schauten sie kein einziges Mal bei den Mammes vorbei, so der Rentner. Auf die Suche nach dem Projektil machten die Mammes sich also selbst, zusammen mit dem Schwiegersohn und einem Metalldetektor. Tatsächlich fanden sie das Projektil einige Zeit später und gaben es zur Polizei.

Wochen später trifft ein Schreiben der Staatsanwaltschaft ein: Das Verfahren wurde eingestellt.

Unklar bleibt jetzt natürlich, wer den Schuss auf das Auto abgegeben hat. Polizeisprecher Achim van Remmerden konnte bislang keine Angaben zu dem Fall machen.

Das eigentliche Problem der Eheleute Mammes ist, dass sie sich nun nicht mehr sicher fühlen. Ob Anton Mammes selbst oder seine Enkel: Sie alle hätten getroffen werden können.


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