Rentenversicherung als Hobby Papenburger seit 40 Jahren ehrenamtlicher Berater

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Das Sozialgesetzbuch ist einer der Gegenstände, zu denen Hans-Ludwig Blendermann immer wieder greifen muss.Foto: Juliane HornDas Sozialgesetzbuch ist einer der Gegenstände, zu denen Hans-Ludwig Blendermann immer wieder greifen muss.Foto: Juliane Horn

Papenburg. Wo ein Großteil der Leute beim Antrag auf Versicherungen verzweifelt, beginnt die Arbeit von Hans-Ludwig Blendermann. Denn er ist seit 40 Jahren ehrenamtlicher Versichertenberater im nördlichen Emsland.

Die Rentenversicherung ist für Blendermann ein Hobby. Der Papenburger sieht darin nicht nur nervenaufreibende Bürokratie, sondern hat sogar Spaß daran, sich mit Anträgen, Nachweisen und Auskünften rund um die Rentenversicherung zu beschäftigen. Aus diesem Grund arbeitet der 73-Jährige in seiner Freizeit als ehrenamtlicher Versichertenberater – und das mittlerweile seit 40 Jahren.

Sein Interesse am Thema hat vor allem einen beruflichen Hintergrund. Denn in den 1960er-Jahren machte der heutige Pensionär in der Nähe von Hannover eine Ausbildung zum Versichertenältesten in der Krankenversicherung. Schon damals legte er seinen Schwerpunkt auf den Bereich Rente. Nach seiner Ausbildung zum Inspektor arbeitete der Papenburger schließlich bei der AOK Aschendorf-Hümmling. Schon während dieser Zeit begann Blendermann, sich neben seinem Hauptberuf ehrenamtlich als Berater für die Deutsche Rentenversicherung Bund zu engagieren.

Als er 1998 beruflich in die neuen Bundesländer hätte wechseln müssen, ließ er sich im Alter von 56 Jahren vorzeitig pensionieren, um zusammen mit seiner Frau und den zwei Kindern in seiner Heimat im Emsland bleiben zu können. Seine Tätigkeit als Versichertenberater behielt der 73-Jährige aber bis heute bei.

Als solcher ist er eine zusätzliche Unterstützung der festen Auskunfts- und Beratungsstellen. Der Unterschied ist, dass Blendermann ehrenamtlich arbeitet und mobil ist. Dabei empfängt er seine Kunden entweder bei sich oder er macht Hausbesuche bei ihnen. Zu den Aufgaben des Papenburgers gehört es, dass er die Leute rund um die Rentenversicherung berät, Anträge entgegennimmt oder sie gemeinsam mit dem Kunden ausfüllt. Auch bei abgelehnten Versicherungsanträgen hilft Blendermann weiter. „Ich sehe mich selbst als Zwischenglied zwischen der Rentenversicherung und den Versicherten“, beschreibt der Pensionär seine Arbeit.

Für die Kunden sind die Beratung und die Unterstützung bei den Anträgen kostenfrei. Gesetzlich sei es festgelegt, dass Hilfsbedürftigen dabei keine Auslagen entstehen dürften, erklärt Blendermann. 150 bis 200 Kunden sind es ungefähr, die der ehrenamtliche Berater in einem Jahr betreut. „Manchmal arbeite ich auch bis spät abends“, sagt der 73-Jährige. Trotzdem sei es für ihn die Sache wert, wie er selbst sagt: „Die Leute bekommen dadurch auch ein bisschen Lebensmut zurück.“ Zudem bereite es ihm Freude, zu helfen und zu informieren.

Mittlerweile ist der Papenburger in seiner siebten Amtsperiode. Gewählt werden die ehrenamtlichen Berater von der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund. Die Vertreter werden alle sechs Jahre von den gesetzlich Versicherten gewählt. Die nächste Sozialwahl steht für Blendermann und seine Kollegen 2017 an. Ob der 73-Jährige sich dann wieder aufstellen lässt, weiß er noch nicht. „Das muss ich mir noch gut überlegen“, sagt er. Auf jeden Fall wolle der Papenburger in Zukunft etwas weniger arbeiten, um mehr Zeit für seine Kinder und Enkelkinder zu haben.


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