Wirtschaft und Soziales als Spiel 120 Kinder gründen 12. Pap(p)stadt in Papenburg

René Hanneken und Anneke Vesper waren am Dienstag die ersten Teilnehmer der Pap(p)stadt, die in der Tischlerei das Werkzeug in die Hand nehmen durften. Foto: Jürgen EdenRené Hanneken und Anneke Vesper waren am Dienstag die ersten Teilnehmer der Pap(p)stadt, die in der Tischlerei das Werkzeug in die Hand nehmen durften. Foto: Jürgen Eden

Papenburg. Wie funktionieren Politik, Handwerk, Sozialwesen oder Wirtschaft mit dem Geldkreislauf? Spielerische Antworten mit realem Bezug gibt es auf diese Fragen seit Dienstag in der Papenburger Pap(p)stadt. Zum 12. Mal erleben bis Sonnabend rund 120 Kinder im Alter zwischen zehn und 14 Jahren in der Papenburger Kesselschmiede die Funktionsweise einer echten Stadt.

Los ging es mit einem Pap(p)stadt-Song, der von den BBS-Schülerinnen Marion Köhler, Anna Brauner und Imke Lüttmer getextet worden war. Anschließend nahmen der stellvertretende Bürgermeister Hermann Nehe und sein Pap(p)stadt-Bürgermeister-Kollege Joshua Janning aus dem vergangenen Jahr die Schere in die Hand, um für die offizielle Eröffnung das Band zu durchtrennen.

Für die Kids führte der Gang dann zur Jobvermittlung und zur Bank. Dort wurden die „Pabus“ ausgezahlt, die als interne Währung in der Pap(p)stadt gelten. „Hinter dem Begriff Spielstadt verbirgt sich eine Konzeption, pädagogische, kulturelle und politische Lernziele näherzubringen“, so Stadtjugendpfleger Dietmar Nee. Kinder begreifen ihre Welt nach seinen Worten vor allen Dingen spielend. „Spielen ist für Kinder eine Möglichkeit, ihre Umwelt zu spiegeln und dabei gleichzeitig selbst zu gestalten. Entdeckendes Lernen, handelndes Begreifen und anschauliche Erfahrungen stehen im Vordergrund“, so Nee weiter.

Im vergangenen Jahr hatte dieses Event wegen der Vorbereitungen zur Landesgartenschau ausnahmsweise in der Herbrumer Mehrzweckhalle stattgefunden. Am vergangenen Montag konnte der Fachdienst Jugend die Kesselschmiede nach dem Rückbau der Hallenschau wieder übernehmen und die Stände für die Betriebe errichten.

Nee dankte besonders den rund 50 angehenden Erzieherinnen und Erziehern der Berufsbildenden Schulen Papenburg (BBS), die bereits vor den Sommerferien mit den Vorbereitungen begonnen hatten. Neu ist nach Worten der BBS-Schüler ein Stimmungsbarometer, bei dem alle Kinder zweimal täglich über ihre Motivation befragt werden. Zu den 25 Betrieben zählt in diesem Jahr außerdem erstmals eine Cocktailbar mit vitaminreichen und natürlich alkoholfreien Saftmischungen. Das Stadtfest am Sonnabend bildet den Höhepunkt und den Abschluss der Veranstaltung. „Dieses organisieren die Kinder weitestgehend eigenständig“, sagt Hannah Lückmann, die mit Nicole Zink zum achtköpfigen Organisationsteam gehört. Die Vorbereitungen zur Pap(p)stadt bilden für die angehenden Erzieher einen wichtigen Praxisanteil beim Abschluss der insgesamt vierjährigen Ausbildung an den BBS (Hauswirtschaft und sozialpädagogische Fachrichtung).

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