Inhaber geht in den Ruhestand Lederwaren Röttgers in Papenburg schließt

Von Juliane Horn

Seit 1890 in der Kanalstadt ansässig: Der Laden Lederwaren Röttgers soll in den kommenden Wochen geschlossen werden. Foto: Juliane HornSeit 1890 in der Kanalstadt ansässig: Der Laden Lederwaren Röttgers soll in den kommenden Wochen geschlossen werden. Foto: Juliane Horn

Papenburg. Nach 124 Jahren ist für das Papenburger Traditionsgeschäft Lederwaren Röttgers Schluss. Seit dem Sommer läuft bereits der Räumungsverkauf in der Friederikenstraße 1. In den kommenden Wochen will Inhaber Paul Keimer das Geschäft aber endgültig schließen. Mit seinen 73 Jahren wolle er sich, wie er selbst sagt, in den Ruhestand verabschieden.

Vor 16 Jahren hatte Keimer das Geschäft, das seit seiner Gründung in Familienhand gewesen ist, übernommen – damals noch am Papenburger Rathaus. 2010 musste die Firma den Standort allerdings aufgeben , weil die Stadt Papenburg den Mietvertrag für die rund 200 Quadratmeter große Ladenfläche nicht verlängerte. Seitdem verkaufen der Geschäftsmann und seine Tochter, Marita Keimer-Seek, die Lederwaren, Koffer und Taschen in der Friederikenstraße. Im Frühjahr haben sie dann aber gemeinsam beschlossen, das Geschäft aus Altersgründen aufzugeben, erzählt Keimer. Wie lange noch geöffnet ist, mache der gelernte Groß- und Einzelhandelskaufmann davon abhängig, wie schnell die Restbestände verkauft werden. Ab Januar habe er aber bereits einen neuen Mieter für das Geschäft gefunden. Fest steht, dass es wieder ein Einzelhandelsbetrieb ist. Mehr will Keimer allerdings noch nicht verraten.

Das Lederwarengeschäft wurde im Jahr 1890 vom Sattler und Polsterer Franz Röttgers gegründet. Ab 1940 führten dessen Geschwister Franz und Maria den Betrieb weiter und spezialisierten sich auf das Polstern sowie Teppiche, Kleinmöbel und Lederwaren. 1975 musste der Laden neben dem Hotel zum ersten Mal umziehen, weil die Bundesstraße 70 ausgebaut wurde.