Ökumenisches Gartenschauprojekt Kirchenschiff eint Konfessionen rund um Papenburg

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Vom Steg des Kirchenschiffs lassen (von links) Detlef Klahr und Ulrich Hirndorf kleine Boote mit sogenannten Segenssegeln zu Wasser. Darauf haben Gäste für andere, ihnen fremde Menschen Wünsche notiert. Denn im Austausch für das eigene Segel durften sich die Gäste selbst ein Boot mit den Wünschen eines anderen herausfischen. Foto: Sven MechelhoffVom Steg des Kirchenschiffs lassen (von links) Detlef Klahr und Ulrich Hirndorf kleine Boote mit sogenannten Segenssegeln zu Wasser. Darauf haben Gäste für andere, ihnen fremde Menschen Wünsche notiert. Denn im Austausch für das eigene Segel durften sich die Gäste selbst ein Boot mit den Wünschen eines anderen herausfischen. Foto: Sven Mechelhoff

Papenburg. In Papenburgs Stadtpark liegt seit Beginn der Landesgartenschau das Kirchenschiff vor Anker. Mehr als 100.000 Euro haben sich das Bistum Osnabrück, die Landeskirche Hannovers und die Reformierte Kirche den Holzsteg samt Altar und Sitzbänken kosten lassen. Geld, das nach Auffassung von Landessuperintendent Detlef Klahr sehr gut angelegt worden ist.

Klahr hat am Dienstag drei Andachten auf dem Kirchenschiff gehalten. Dazwischen zog der Regionalbischof für den Evangelisch-lutherischen Sprengel Ostfriesland-Ems mit Gartenschaupastor Ulrich Hirndorf eine Bilanz über die kirchlichen Aktivitäten rund um das Schiff.

Noch in dieser Woche werden rund 22.000 „Passagiere“ an einer ökumenischen Andacht teilgenommen haben, wie Hirndorf mitteilte. Täglich fanden davon zwei statt – plus einem Reisesegen am Abend. In der Summe seien das rund 550 Veranstaltungen, rechnete Hirndorf vor. Hinzu kommen große ökumenische Gottesdienste an Sonntagen.

Zuletzt wurde Erntedank gefeiert.

Sowohl katholische als auch evangelisch-lutherische, reformierte und freikirchliche Gemeinden aus dem nördlichen Emsland und Ostfriesland seien am Wirken auf dem Kirchenschiff beteiligt, so Hirndorf. Insgesamt etwa 90 ehrenamtliche „Crew-Mitglieder“ betreuten die Gäste am Anlegeplatz. Klahr spricht deshalb von einem „Schulterschluss der Konfessionen“.

Diese Einheit gilt im Übrigen auch für die Passagiere: Kirche zeige sich durch das Schiff „niedrigschwellig“, so Gartenschaupastor Hirndorf. Jeder könne, quasi im Vorbeigehen, an einer Andacht teilnehmen – selbst, wenn sie nicht der eigenen Konfession entspreche.

Hirndorf arbeitet seit Oktober 2012 mit einer halben Stelle und viel Herzblut an dem Projekt, hat dessen Konzept entwickelt und an der Architektur mitgewirkt.

Eine Arbeit, die Klahr zu schätzen weiß. Die Teilhabe der Kirche an der Landesgartenschau sei für ihn wichtig gewesen, erklärte er. Schöpfung, Natur und Gestaltung seien Aspekte, die eine Gartenschau ausmachten, ebenso aber auch „genuin kirchliche Themen“ seien.


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