Lanvermeyer tritt Dienst an Neuer Pfarrer in Papenburg vorerst als Ökonom gefordert

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Gemeinsam mit dem pastoralen Team will Pfarrer Franz Josef Lanvermeyer (dunkler Anzug, Mitte) die Geschicke der St.-Antonius-Pfarrei lenken. Foto: Sven MechelhoffGemeinsam mit dem pastoralen Team will Pfarrer Franz Josef Lanvermeyer (dunkler Anzug, Mitte) die Geschicke der St.-Antonius-Pfarrei lenken. Foto: Sven Mechelhoff

Papenburg. Seit dem 1. Oktober ist Franz Bernhard Lanvermeyer der leitende Pfarrer von St. Antonius, der Pfarrei für das Untenende in Papenburg. Seine Hauptaufgabe ist nun die Wiedereingliederung der Kirchengemeinde St. Josef im Vosseberg.

In dem Besucherraum des Hauses hinter der St.-Antonius-Kirche riecht es nach neuen Möbeln. Die Einrichtung wurde im Juli geliefert. Erst eine Nacht hat der 52-Jährige im neuen Heim geschlafen. Das Haus teilt er sich mit Hermann Prinz: In der unteren Wohnung ist der neue Pfarrer, in der oberen der neue Kaplan eingezogen.

Lanvermeyer war zwischen zwei Schwestern das mittlere Kind, ist in Mönchengladbach geboren und in Meppen aufgewachsen. Eine Verbindung zur Fohlenelf hat er nicht. Sein Fußballherz schlägt für den FC Bayern München. „Qualität setzt sich durch“, sagt der Pfarrer schmunzelnd.

Zuletzt hat Lanvermeyer 14 Jahre als Pfarrer in Lingen gearbeitet. Seit dem 1. Juli ist damit Schluss. Einen Urlaub in Berlin, eine Aushilfstätigkeit auf Borkum und viel Freizeit später hat er nun seine neue Stelle in Papenburg angetreten. Bis zum 1. Dezember wird ihm dort Pastor Gerrit Weusthof zur Seite stehen, dann geht er in Rente.

Die neu zusammengelegte Pfarrei mit rund 10.000 Mitgliedern ist erst drei Monate alt. „Das ist das Spannende: In einem Prozess der Neugestaltung Verantwortung zu übernehmen“, erklärt er. Aus zwei Kirchengemeinden müsse eine Gemeinschaft geformt, aus zwei Strukturen eine gemacht werden. Ein Ökonom würde das wohl Rationalisierung nennen.

„Reich Gottes schaffen“

Am 16. November werden der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat neu gewählt. Bis dahin werden die Geschicke der Pfarrei von einem Pastoral- und einem Verwaltungsausschuss geleitet. Personell besetzt von den Mitgliedern der früheren Räte und Vorstände von St. Antonius und St. Josef, wie Lanvermeyer erklärt. Gremien, die es dann wieder geben wird. Aber jeweils nur noch in einfacher Ausführung. Frühere Gemeindestrukturen will auch der Pfarrer überbrücken und sieht das große Ganze: „Es ist die Aufgabe, das Reich Gottes zu schaffen und nicht die alte Pfarrei zu erhalten.“

Vor knapp vier Jahrzehnten war St. Josef als Pfarrgemeinde eigenständig geworden – nun die Wende. Den Hauptgrund dafür sieht Lanvermeyer in der zu geringen Anzahl an Priestern. In erster Linie das Zölibat mache den Beruf wenig attraktiv. Doch auch die „Bindungsfähigkeit zur Kirche“ lasse nach. Zudem schaffe die Kirche mit den Stellen eines Pastoral- oder Gemeindereferenten auch selbst Alternativen. Durch sie ließe sich auch mit eigener Familie in der Kirchengemeinde arbeiten.

Ein weiterer Fusionsgrund sind für ihn leere Kirchenbänke: „Die Zahl der Katholiken sinkt nicht unbedingt radikal“, aber es gebe immer weniger Gottesdienstbesucher. Auch um das zu ändern, wird es im Frühjahr eine neue Gottesdienstordnung geben – voraussichtlich mit familienfreundlicheren Messzeiten.

Viel zu tun also. Pfarrer sei ein Fulltime-Job, so Lanvermeyer. Feste Ausnahme davon ist jedoch der Dienstag, sein freier Tag. Den will er zum Lesen (derzeit: Charlotte Link, Sturmzeit) oder Radfahren nutzen. Auch jeden zweiten Sonntagabend hat er keine Zeit. Dann trifft er sich mit Freunden in Meppen zum Doppelkopf.

Nicht Weihnachten und auch nicht Ostern: Ein Lieblingsfest im Kirchenkalender hat Lanvermeyer übrigens nicht. Er feiert die Feste gerne, die gerade fallen. Als Nächstes steht die Festmesse anlässlich seiner Einführung in die Pfarrei an; Sonntag ab 15 Uhr in der St.-Antonius-Kirche.

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