Neue Gedenkstätte eingesegnet Gedenkpavillon in Oberlangen Mahnmal für die Zukunft

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jed Oberlangen. Der neue Gedenkpavillon am früheren Emslandlager VI in Oberlangen ist am Donnerstag im Beisein von 80 Gästen eingesegnet worden.

Unter ihnen war auch Wanda Broszkowska-Piklikiewicz aus Warschau. Zur Zeit der Nationalsozialisten war sie eine von 1728 deportierten Frauen des Warschauer Aufstands, die nach Oberlangen verschleppt worden waren. Dort starben zwischen 1941 und 1944 bis zu 4000 russische Kriegsgefangene. Am 12. April 1945 wurde das Lager von der 1. Polnischen Panzerdivision befreit.

Die heute 90-jährige Broszkowska-Piklikiewicz berichtete in ihrer Rede von damals: Die Zeit in Haft sei sehr schwer gewesen, doch sie habe „unsere Gemeinschaft im Lager zusammengeschweißt“. Nach der Lagerhaft habe sie sich häufig mit Überlebenden getroffen. Dabei sei es nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um die Zukunft gegangen. Der Gedenkpavillon sei der Beweis, „dass wir das Geschehene nicht vergessen“. Er diene der Zukunft, um „unserer Jugend zu zeigen, dass sich diese schlimme Zeit nicht wiederholen darf“.

Hier geht es zu einem historischen Bericht, in dem das Lager eine Rolle spielt.

Landrat Reinhard Winter ging in seinem Vortrag auch auf die Anfänge des Lagers ein, das zunächst als Ausbildungsstätte für die Wachmannschaften der Konzentrationslager diente. „Nicht wenige haben hier ihre zweifelhafte Karriere begonnen“, so Winter.

Lathens Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber erinnerte an die Schuld, die Deutschland durch die Emslandlager und durch den 2. Weltkrieg insgesamt auf sich geladen habe. Daraus sei eine historische Verantwortung gewachsen, der man sich stellen müsse. „Besonders in Zeiten, in denen neue, sogenannte konservative Kräfte im Empfinden vieler Deutscher Platz finden, ist es Zeit, wachzurütteln.“

Der Gedenkpavillon ist nach Angaben von Oberlangens Bürgermeister Georg Raming-Freesen ein Teil des europäischen Wettbewerbs „Besser leben“. Das Gebäude stehe für die Aufarbeitung der Geschichte und die „Aussöhnung der Völker“.

Finanziert wurde der Gedenkpavillon durch europäische Leader-Mittel sowie durch Unterstützung des Landkreises Emsland und der Samtgemeinde Lathen.


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