Grenzregion will Geld aus Brüssel Emsländer bei Zukunftswerkstatt in Bunde


Bunde. 130 „Mittwochsmaler“ haben sich in der Dorfgemeinschaftsanlage Bunde Gedanken über die Zukunft der W.E.R.O.-Region Deutschland entlang der Ems bis hinunter nach Haren gemacht. Es geht um Fördermittel der Europäischen Union in Millionen-Höhe, die für die Grenzregion nur eingeworben werden können, wenn sie als Leader-Region der Europäischen Union in Brüssel anerkannt wird.

„Wir wollen darüber nachdenken, wie wir die Zukunft im ländlichen Raum gestalten wollen“, erklärte Harald Krebs, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung des Landkreises Leer. Als Stichworte nannte er Probleme bei der Ärzteversorgung, dem Ausbau des Breitband-Internets, den Mangel an Einkaufsmöglichkeiten und bei der Mobilität. „Es geht darum, dass wir wieder über sieben Jahre darüber nachdenken wollen, wie wir etwas gemeinsam besser machen wollen. Wo stehen wir, wo wollen wir hin?“ Dafür solle das Regionale Entwicklungskonzept den Rahmen vorgeben. Sein Appell an die Gäste im Saal: „Bringen Sie sich ein, haben Sie Ideen! Auch das soziale Zusammenleben in einer Gesellschaft muss gefördert werden.“

W.E.R.O. steht für eine Region mit 80000 Menschen. „Sie müssen sich gemeinsam um Fördermittel bewerben, als einzelne Kommune haben Sie keine Chance“, betonte Projektleiter Roland Stahn von der Grontmij GmbH aus Bremen.

Auf großen Papierbögen sollten Projektideen aufgemalt und mit kurzen Worten erläutert werden. Dafür hatten die Teilnehmer, darunter Vertreter aus Rhede , Dörpen, Lathen und Haren, im Saal 45 Minuten Zeit. „Wir müssen nachweisen, dass wir besonders kreativ und innovativ sind im Wettbewerb“, so Stahn. Er versprach, die Vorschläge in das Konzept einzubauen.

Zum Abschluss der Zukunftswerkstatt meldete sich Bundes Bürgermeister Gerald Sap zu Wort. „Unsere Demokratie lebt davon, dass man sich einbringt und diskutiert. Wir werden nicht alles umsetzen können, uns aber bemühen, einen Großteil der Projekte zu verwirklichen.“ Die Rahmenbedingungen für die Fortsetzung des Leader-Programms sind indes nicht die besten. Sap: „Die Jahre des Booms und des Wachstums sind vorbei. Wir sind letztendlich auf unsere Eigenentwicklung angewiesen. Wir müssen versuchen, in den nächsten Jahren noch enger zusammenzuarbeiten, und deutlich machen, welche Vorteile und Vorzüge das Leben auf dem Land hat.“


50 Bewerber für 40 Regionen

W.E.R.O. steht für Westerwolde – Emsland –Rheiderland – Oldambt. An der Zukunftswerkstatt in Bunde nahmen Vertreter aus Bunde, Bingum, Jemgum und Weener sowie aus Papenburg, Rhede, Dörpen, Lathen und Haren sowie aus den Niederlanden teil.

Auch eine Onlinebefragung auf der Internetseite wero-deutschland.de, die für jeden offen ist, soll zur Erstellung des Regionalen Entwicklungskonzeptes ihren Beitrag leisten. Hier können noch Projektideen vorgestellt werden.

Mit dem Regionalen Entwicklungskonzept bewirbt sich W.E.R.O. darum, wieder Leader-Region zu werden. In ganz Niedersachsen wird es 50 Bewerbungen um die Aufnahme in dieses Förderprogramm der Europäischen Union geben. Allerdings werden nur 40 Leader-Regionen anerkannt. Leader ist ein Förderprogramm, mit dem seit 1991 Projekte im ländlichen Raum gefördert werden.

Es geht für W.E.R.O. um garantierte Fördermittel von 2,4 Millionen Euro in der neuen Förderperiode, die 2020 enden wird. Von 2007 bis 2013 wurden 2,7 Millionen an direkten Fördermitteln bewilligt, dazu kamen weitere Mittel, die projektbezogen eingeworben werden konnten. Bis April 2015 soll die Entscheidung fallen, welche Leader-Regionen es geben wird. Ab September kommenden Jahres können dann die ersten Projekte umgesetzt werden.