Gewinner des Dorfwettbewerbs gekürt Werpeloh ein würdiger Überraschungssieger

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Werpeloh. „Ob wir sie wirklich wieder hergeben, werden wir uns gut überlegen“, witzelte Johann Geerswilken. Zusammen mit Landrat Reinhard Winter enthüllte der Bürgermeister von Werpeloh am Dienstagabend die Sandsteinskulptur, die dem Emslandsieger des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ für drei Jahre gebührt.

Zur Preisverleihung an die führenden Vertreter der Gemeinden und Dörfer waren rund 100 Gäste ins Mehrgenerationenhaus gekommen. Die Gewinner des Wettbewerbs (siehe „Zur Sache“) hatte der Landkreis bereits im Juli bekannt gegeben. Die feierliche Zeremonie mit Gesangseinlagen von Werpeloher Kindergartenkindern, Grundschülern, Chören und Blasmusikern kam einer Bilderbuchreise durchs nördliche und mittlere Emsland gleich. Alle Laudatoren aus der Bewertungskommission hoben die intakten Dorfgemeinschaften, das große ehrenamtliche Engagement der Menschen vor Ort und die damit verbundene hohe Lebensqualität hervor. Und doch konnte es am Ende nur einen Gewinner geben.

Landrat Winter machte in seiner Laudatio keinen Hehl daraus, dass sich Werpeloh nach der Bereisung der Kommission durch alle Wettbewerbsdörfer „nach intensiver Diskussion“ innerhalb der Jury als Überraschungssieger entpuppte – allerdings als ein würdiger. Er bezeichnete die 1100-Einwohner-Gemeinde als Musterbeispiel eines Althümmlinger Brinkdorfes, dessen Brink einst die dörfliche Schweineweide gewesen sei. Heute zeichne sich Werpeloh durch eine starke, lebendige Ortsmitte, ein aktives Vereinsleben und eine gute Infrastruktur aus. Zudem sei Werpeloh Modellgemeinde für die Breitbandversorgung. „Letztendlich ließ die überragende Präsentation der Werpeloher den Funken auf die Jury überspringen“, erklärte Winter. Das Dorf habe Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit unter Beweis gestellt. Der erste Platz ist mit 5000 Euro dotiert. Werpeloh wird das Emsland 2015 auf Landesebene vertreten.

Keine Verlierer

Wie weit es ein Dorf aus dem Landkreis bringen kann, hat zuletzt Oberlangen bewiesen. Beim Bundeswettbewerb 2013 war die Gemeinde auf Anhieb mit einer Goldmedaille ausgezeichnet worden. Für den Sieg auf Kreisebene im Jahr 2011 überreichte Winter Bürgermeister Georg Raming-Freesen ein massives Bronzerelief. „Wer solche Dörfer hat, braucht sich um die Zukunft des Emslandes keine Sorgen zu machen“, sagte Winter.

Dasselbe gilt nach den Worten des Landrates und der weiteren Laudatoren nicht nur für die übrigen Preisträger, sondern auch für die Wettbewerber, die diesmal nicht ausgezeichnet wurden. Demnach gibt es keine Verlierer. „Alle Teilnehmer haben sich ein Stück weit für die Zukunft fit gemacht“, betonte Winter. Schließlich gehe es bei dem Wettbewerb um die nachhaltige Entwicklung eines Dorfes.

Dabei ist es dem Landrat zufolge heute nicht mehr selbstverständlich, ein Dorf funktionsfähig und so attraktiv zu halten, dass Menschen dort leben wollen. Das sei angesichts fehlender Tante-Emma-Läden, schließender Gaststätten und größer werdender Herausforderungen in der medizinischen Versorgung nicht einfach. „Aber viele Bürger erhalten sich die Lebensqualität in ihrem Dorf durch eigenes Zutun – mit Gemeinschaftsgeist und freiwilligen Arbeitsstunden“, sagte Winter. Er ermunterte weitere Gemeinden zur Teilnahme. „Es gibt immer etwas zu tun und zu verbessern.“

Das ehrenamtliche Engagement und der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft waren nach Auffassung der Jury ausschlaggebend dafür, dass Neubörger nach seinem Dorferneuerungsprogramm bei seiner ersten Bewerbung gleich auf Platz zwei landete. Zweifachsieger Vrees (1994, 2008) punktete bei seiner bereits sechsten Teilnahme mit dem Demografiemodellprojekt „Altwerden in Vrees“ und wurde Dritter. Rühle auf Rang vier überzeugte mit Attributen wie barrierefreies Wohnen, der Integration von Zugezogenen und seinem gemeinschaftlichen Bauerngarten. Und Hebelermeer (Platz fünf) zeichnet sich laut Jury durch ein ausgeprägtes Dorf- und Vereinsleben aus.

Die Sonderpreise gingen an Apeldorn und Spahnharrenstätte, die Dorfladenkonzepte umgesetzt haben, sowie an Heede und Lathen wegen ihrer Vorreiterrolle bei der Verwirklichung von Nahwärmeprojekten .

Weitere Nachrichten aus der Samtgemeinde Sögel finden Sie unter www.noz.de/soegel .


Preisträger 2014

Unser Dorf hat Zukunft: 1. Werpeloh (5000 Euro), 2. Neubörger (3500 Euro), 3. Vrees (2500 Euro), 4. Rühle (1500 Euro), 5. Hebelermeer (1000 Euro), 6. Helte, Hülsen, Lähden, Lohe (je 500 Euro).

Sonderpreis „Erhalt und Stärkung einer lebendigen Ortsmitte“: Apeldorn, Spahnharrenstätte; Sonderpreis „Klimaschutz und Energie“: Heede, Lathen.

Die Kriterien

1. Leitbild (Stärken, Schwächen, Formen der Zusammenarbeit)

2. Planungskonzepte zur Dorfentwicklung (Siedlung, Infrastruktur, Klimaschutz)

3. Wirtschaftliche Entwicklung (Grundversorgung)

4. Soziales und kulturelles Leben (Sport, Freizeit, Jugendarbeit, Traditionspflege, Integration von Neubürgern)

5. Bauliche Gestaltung (Barrierefreiheit, Erhalt historischer Bausubstanz)

6. Grünflächengestaltung

7. Dörfliche Einbindung in die Landschaft

Siegerliste

1986 Thuine

1988 Lengerich

1990 Lathen

1992 Ahmsen

1994 Vrees

1996 Elbergen

1999 Oberlangen

2002 Gersten

2005 Lähden

2008 Vrees

2011 Oberlangen

2014 Werpeloh

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