Sozialthemen in Papenburg im Fokus Kita-Drittkräfte Thema bei Gemeindebundtagung

Von Jan-Hendrik Kuntze

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Die Mitglieder des Arbeitskreises (von links) Josef Kleier, Peter Koch, Marina Karnatz, Ulrich Mahner, Dagmar Sachse, Martin Lutz und Felix Krengel tagten in Papenburg Foto: KuntzeDie Mitglieder des Arbeitskreises (von links) Josef Kleier, Peter Koch, Marina Karnatz, Ulrich Mahner, Dagmar Sachse, Martin Lutz und Felix Krengel tagten in Papenburg Foto: Kuntze

Papenburg. Der Arbeitskreis der Jugend- und Sozialdezernenten des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB) hat sich am Dienstag in Papenburg mit der Einstellung von „Drittkräften“ in den Gruppen von Kindertagesstätten befasst.

In der Vergangenheit hatte der NSGB bereits einen Sieg errungen. Das Land Niedersachsen wird in Zukunft die Einstellung einer Drittkraft i finanzieren. „Das wird im nächsten Jahr kommen“, kündigte Dagmar Sachse aus Oldenburg an, die die Arbeitskreissitzung leitete. Zwar sei der Gesetzgebungsprozess noch auf dem Weg, „allerdings hat das Sozialministerium öffentlich Ankündigungen gemacht, hinter die es nicht zurück kann“, so Ulrich Mahner vom NSGB.

Streitpunkt ist nun, welche Qualifikation die Drittkräfte haben müssen. Faktisch haben viele Kommunen bereits solche Mitarbeiter eingestellt und diese aus eigener Tasche bezahlt. Da nun der niedersächsische Haushalt zur Bezahlung der Drittkräfte herangezogen wird, wird das niedersächsische Sozialministerium einen Gesetzesentwurf auf den Weg bringen, der den Qualifikationsrahmen der Drittkräfte bestimmt.

Die Sorge der niedersächsischen Kommunen ist nun, dass der Mindeststandard in der Ausbildung vom Ministerium zu hoch angesetzt wird, sodass die bereits eingestellten Kräfte wieder entlassen werden müssten. Mahner gab jedoch zu, dass die Kommunen an diesem Problem nicht ganz unschuldig seien. Aufgrund des regional sehr unterschiedlich ausgeprägten Fachkräftemangels hätten einige Kommunen die Anforderungen an Bewerber niedrig angesetzt. Jetzt müsse eine für alle akzeptable Lösung gefunden werden.

Einig waren sich die Mitglieder des Arbeitskreises ebenso darin, dass die gesamtgesellschaftliche Verantwortung bei der Kinderbetreuung stärker herausgehoben werden müsse. „Wir wünschen uns gerade bei den Firmen mehr gesellschaftliche Verantwortung“, sagte Sachse. Peter Koch aus Lüneburg brachte es auf den Punkt: „Ich kann meinen Supermarkt nicht bis 23 Uhr öffnen wollen, die dadurch entstehenden sozialen Problemen wie fehlende Kinderbetreuung aber von anderen lösen lassen.“

Der Arbeitskreis ist überdies gegen eine Pflicht zur Organisation von Pflegekräften in Kammern. Ebenfalls kritisieren die Mitglieder den unzureichenden Schutz von Bewohnern in ambulant betreuten Wohnformen, wie er sich aus einem derzeitigen Gesetzentwurf der Landesregierung ergeben könnte.


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