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23.09.2014, 16:30 Uhr KLINIK WIRBT UM VERTRAUEN

Zum Marienhospital: Auf der Suche nach Freunden

Ein Kommentar von Stefan Prinz


Trotz seiner finanziellen Schwierigkeiten soll das Papenburger Marienhospital in den nächsten fünf Jahren für einen zweistelligen Millionenbetrag modernisiert werden. Foto: Gerd SchadeTrotz seiner finanziellen Schwierigkeiten soll das Papenburger Marienhospital in den nächsten fünf Jahren für einen zweistelligen Millionenbetrag modernisiert werden. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Das Papenburger Marienhospital holt zum Befreiungsschlag aus: Trotz seiner finanziellen Schwierigkeiten soll die Klinik in den nächsten fünf Jahren für einen zweistelligen Millionenbetrag modernisiert werden. Eine Schlüsselposition für die Zukunft des Hauses haben die niedergelassenen Ärzte in der Region.

Ein Krankenhaus sucht Freunde. So könnte man die Situation des Papenburger Marienhospitals beschreiben. Das Haus braucht Freunde unter den Ärzten in der Region, die über die Fehler und über eine gescheiterte Unternehmenspolitik der Vergangenheit hinwegsehen. Gewinner wären auch die Patienten, weil die Wege zwischen Hausarzt und Klinik kürzer sind als zu den Alternativen in Oldenburg oder Leer.

Die Klinik braucht auch Freunde in der Öffentlichkeit, die nichts auf aufgebauschte Gerüchte aus dem Bekanntenkreis geben. Echte Freunde machen sich ein eigenes Bild, bevor sie sich ein Urteil bilden. Viele der kursierenden Schauergeschichten über das Marienhospital sind nie erlebt, sondern in bierseligen Runden einfach weitererzählt worden.

Das Marienhospital braucht aber in erste Linie Freunde unter den eigenen Mitarbeitern. Notwendig sind Angestellte, die zu ihrem Arbeitgeber stehen. Wer heimlich im Freundeskreis über den Arbeitgeber schimpft, verbessert nichts. Im Gegenteil, die Stimmung rutscht weiter in den Keller. Angestellte, die etwas zum Positiven verändern wollen, müssen sich fragen, was sie selbst dazu beitragen können.

Sollten die Freundschaftsbemühungen erfolglos bleiben, könnte das nördliche Emsland mit dem Marienhospital selbst einen guten Freund verlieren. Einen Freund, der die medizinische Versorgung für eine ganze Region garantiert. Das wäre schlimm.


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