Klinik wirbt um Vertrauen Marienhospital in Papenburg braucht ärztliche Hilfe

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Der Haupteingang des Marienhospitals soll verlegt werden. Foto: Gerd SchadeDer Haupteingang des Marienhospitals soll verlegt werden. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Das Papenburger Marienhospital holt zum Befreiungsschlag aus: Trotz seiner finanziellen Schwierigkeiten soll die Klinik in den nächsten fünf Jahren für einen zweistelligen Millionenbetrag modernisiert werden. Außerdem will die Geschäftsleitung das Betriebsklima verbessern. Eine Schlüsselposition für die Zukunft des Hauses haben die niedergelassenen Ärzte in der Region.

Das Marienhospital soll schicker und moderner werden: Geplant ist, die Intensivstation zu vergrößern, die Notaufnahme umzubauen und den Haupteingang zu verlegen. Das ist nur ein Teil dessen, was die beiden Geschäftsführer Matthias Bitter und Ansgar Veer in den nächsten fünf Jahren umsetzen wollen. „Wir sind ein gutes Krankenhaus, und das wollen wir zeigen“, so Bitter.

Derzeit plagen die Klinik allerdings finanzielle Sorgen: In diesem Jahr erwartet die Geschäftsleitung ein Minus von 1,7 Millionen Euro. Die Belegschaft soll auf die nächste Lohnerhöhung verzichten, dann ist das Problem erst mal gelöst. Aber: „Das Marienhospital muss künftig wirtschaftlich arbeiten“, betonte Bitter. Das bedeutet: In den nächsten Jahren darf es keine Verluste mehr geben. Die Gehälter in Höhe von 31 Millionen Euro, die das Unternehmen jährlich an seine knapp 800 Mitarbeiter überweist, müssen aus eigener Kraft finanziert werden.

Erste Erfolge gibt es schon: So wurden im vergangenen Jahr 400 Patienten mehr behandelt als im Vorjahr. Trotzdem: Viel zu oft geben die Ärzte in der Region ihren Patienten Empfehlungen für die Kliniken in Leer oder Oldenburg.

Seit dem Gesellschafterwechsel im Jahr 2011 sei das Klinikum deutlich besser aufgestellt, 20 Millionen Euro sind seitdem in das Papenburger Krankenhaus geflossen. Zudem sind die jährlichen Verluste von 8Millionen Euro auf einen Bruchteil reduziert worden. Das reicht aber noch nicht: Der Schlüssel für den so notwendigen wirtschaftlichen Erfolg ist für Bitter die Gruppe der niedergelassenen Ärzte. Das Vertrauen, das in den vergangenen Jahren zerstört wurde, soll wiederhergestellt werden. „Wir brauchen zufriedene Mitarbeiter und niedergelassene Ärzte, die uns vertrauen“, so Bitter. Daran will die Klinikleitung arbeiten. Der ärztliche Direktor Filip Caby sieht die Ursache für das oftmals schlechte Ansehen des Papenburger Klinikums in der Vergangenheit. „Da sind Fehler gemacht worden.“ Und die haben sich in den Köpfen der Bevölkerung festgesetzt.

Jetzt will die Klinikleitung alle Probleme auf einmal anpacken: Die Einnahmen des Hauses sollen verbessert werden. Das Miteinander der einzelnen Abteilungen soll mithilfe eines Kulturprozesses verbessert werden. Und zum Dritten soll der Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten verbessert werden.

Sollten die Maßnahmen auch künftig nicht greifen, „dann müssen wir die Situation neu bewerten“, so Geschäftsführer Veer. Dann seien auch ein weiterer Personalabbau oder die Schließung einzelner Abteilungen nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Aber daran will derzeit niemand denken.

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