Überführung erfolgreich Meyer Werft rettet europäische Zulieferer vor Bankrott

Die Ems-Überführung der „Quantum of the Seas“ war erfolgreich. Archivfoto: dpaDie Ems-Überführung der „Quantum of the Seas“ war erfolgreich. Archivfoto: dpa

Papenburg. Die Papenburger Meyer Werft hat mit dem Kauf der kriselnden finnischen STX-Werft wichtige europäische Zulieferer der Schiffsbauindustrie vor einem drohenden Bankrott gerettet. Das erklärte Geschäftsführer Jan Meyer am Montagabend beim Besuch der emsländischen CDU-Kreistagsfraktion.

Ein Aus des finnischen Werft hätte zahlreiche Unternehmen, die auch das Papenburger Unternehmen beliefern, in große Schwierigkeiten gebracht, so Meyer. „Das wäre dann auch ein Problem für uns geworden.“ In den nächsten Jahren setze man darauf, dass sich Zulieferer im neuen Papenburger Industriegebiet „Bokeler Bogen“ nahe der Meyer Werft ansiedeln. Der Werft-Geschäftsführer erwartet auch künftig kein Absinken der Nachfrage nach Kreuzfahrtschiffen. Der Landkreis Emsland habe bereits eine Million Euro investiert, um die Stadt Papenburg beim Ankauf dieser Flächen zu unterstützen, so Landrat Reinhard Winter.

Jan Meyer betonte, dass die Eingliederung der finnischen Werft in das emsländische Traditionsunternehmen „ganz behutsam erfolgen soll“. Nur ganz wenige Mitarbeiter der Papenburger Werft sollten vor Ort in Finnland die Veränderungsprozesse anschieben. „Wir werden uns einzelne Punkte raussuchen und sie kontinuierlich verbessern.“

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Den Kontakt zwischen Papenburg und Finnland werde man in erster Linie mithilfe von Internet und Video-Konferenzen halten. Vorbild sei die Eingliederung der Neptun Werft in Warnemünde. Dort arbeite nur ein einziger Angestellter aus dem Stammhaus in Papenburg. Alle anderen seien Mitarbeiter aus den neuen Bundesländern.

Überführung erfolgreich

Währenddessen hat das neueste Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft, die „Quantum oft the Seas“, seine Überführung zur Nordsee am Dienstagmittag erfolgreich überstanden. Ein Werftsprecher sagte, die Passage sei wesentlich langsamer erfolgt als bei vorherigen Überführungen. „Wir sind schon 90 Minuten später als angekündigt aus dem Werfthafen ausgelaufen, da war auch sofort klar, dass wir die Distanz bis zur Nordsee nicht mit einer Tide schaffen.“ In dem Fall habe die Sicherheit im Vordergrund gestanden, und das Team um den Werftkapitän sei wesentlich langsamer als die sonst üblichen sieben Stundenkilometer gefahren. „Bei der Größe dieses Schiffes waren die Verantwortlichen natürlich besonders vorsichtig“, so der Sprecher.

Nach einer ersten Einstellungsfahrt auf der Nordsee legt das Schiff am Mittwoch wieder im niederländischen Eemshaven an, bevor es zum Ende der Woche nach Bremerhaven aufbricht, wo die Endarbeiten durchgeführt werden. Abgeliefert wird der neue Luxusliner Ende Oktober an die US-Reederei Royal Caribbean.