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Meyer Werft „Quantum of the Seas“ hat die Nordsee erreicht

Von Mark Otten

Die Überführung der „Quantum of the Seas“ zog sich hin. Auf dem Weg zum niederländischen Nordseehafen Eemshaven kam das Schiff langsamer voran als geplant. Foto: Christoph AssiesDie Überführung der „Quantum of the Seas“ zog sich hin. Auf dem Weg zum niederländischen Nordseehafen Eemshaven kam das Schiff langsamer voran als geplant. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Die „Quantum of the Seas“, das bisher größte in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff hat seine erste Fahrt über die schmale Ems in die Nordsee geschafft. Laut Meyer Werft absolvierte das Kreuzfahrtschiff die Passage langsamer als sonst üblich.

„Wir sind schon 90 Minuten später als angekündigt aus dem Werfthafen ausgelaufen, da war auch sofort klar, dass wir die Distanz bis zur Nordsee nicht mit einer Tide schaffen.“ In dem Fall habe die Sicherheit im Vordergrund gestanden, und das Team um den Werftkapitän sei wesentlich langsamer als die sonst üblichen sieben Stundenkilometer gefahren. „Bei der Größe dieses Schiffes waren die Verantwortlichen natürlich besonders vorsichtig“, so der Sprecher.

Zum Nachlesen: Der Liveticker von der Überführung››

Nach einer ersten Einstellungsfahrt auf der Nordsee legt das Schiff am Mittwoch wieder im niederländischen Eemshaven an, bevor es zum Ende der Woche nach Bremerhaven aufbricht, wo die Endarbeiten durchgeführt werden. Abgeliefert wird der neue Luxusliner Ende Oktober an die US-Reederei Royal Caribbean.

Am Dienstag gegen 12.30 Uhr hat die „Quantum of the Seas“ das Emssperrwerk bei Gandersum passiert. Zuvor war das Wasser aus dem aufgestauten Teil der Ems abgelassen worden, sagte Herma Heyken, Pressesprecherin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Dienstag unserer Redaktion.

Hier geht es zum Artikel:_ Meyer Werft rettet europäische Zulieferer vor Bankrott

Am Montag gegen 16.20 Uhr hatte die 348 Meter lange „Quantum of the Seas“ die Schleuse zum Dockhafen passiert und sich mit der Hilfe zweier Schlepper auf die Fahrt über die Ems in Richtung Nordsee gemacht. Tausende von Neugierigen verfolgten das Manöver an der Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg von den Ufern aus.

Bis zum späten Abend hätte die schwimmende Kleinstadt, auf der künftig bis zu 4100 Passagiere reisen können, das Emssperrwerk im rund 30 Kilometer flussabwärts gelegenen Gandersum kurz vor Emden erreichen sollen, um es dann mit dem Hochwasser in der Nacht zu passieren. Wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mitteilte, kam das Schiff aber langsamer voran als geplant, so dass es das Sperrwerk nun frühestens beim nächsten Hochwasser am Dienstagmittag passieren kann.

Acht Meter Tiefgang

Die eigentlich schon für Sonntagmittag geplante Überführung war wegen ungünstiger Wetter- und Tide-Verhältnisse verschoben worden. Damit das knapp 168 000 Bruttoregistertonnen große Schiff die schmale Ems befahren kann, musste mit Hilfe des Emssperrwerks die Flut gewissermaßen „eingefangen“ werden.

Wegen der besseren Manövrierbarkeit legte die „Quantum“ die Strecke auf der Ems im Rückwärtsgang zurück. Das Kommando hat das Team der Lotsenbrüderschaft Emden, die das Manöver zuvor im Computersimulator im niederländischen Wageningen geübt hatte.


Der Luxusliner „Quantum of the Seas“ ist das drittgrößte Kreuzfahrtschiff der Welt. Der Heimathafen wird New York sein, von dort aus wird das Schiff auf Kreuzfahrten zu den Bahamas, den Bermudas und in die Karibik in See stechen. Die Reederei ist die amerikanische Royal Caribbean International.