Verzicht auf Lohnsteigerung Papenburger Marienhospital braucht Millionen-Kredit

Von Stefan Prinz

Krankenhaus braucht Hilfe: Die Mitarbeiter des Papenburger Marienhospitals sollen dem Haus helfen, sein Finanzproblem zu lösen.Krankenhaus braucht Hilfe: Die Mitarbeiter des Papenburger Marienhospitals sollen dem Haus helfen, sein Finanzproblem zu lösen.

Papenburg. Die Geschäftsleitung des Papenburger Marienhospitals möchte die nächste tarifliche Lohnsteigerung für die 700 Mitarbeiter ein Jahr lang verschieben. Der Grund: Der Klinik muss 1,7Millionen Euro sparen. Die Belegschaft wurde über die kritische finanzielle Lage des Hauses am Montag in einer Betriebsversammlung informiert.

Das Papenburger Krankenhaus schreibt immer noch Verluste. Das Minus wird in diesem Jahr voraussichtlich bei 1,7 Millionen Euro liegen. Eigentlich hatte die Geschäftsleitung für 2014 mit einer schwarzen Null geplant. Doch es kommt anders. Die Krankenkassen überweisen seit Jahren immer weniger Geld. Obwohl die Zahl der Patienten in den vergangenen Jahren leicht gestiegen ist, muss das Papenburger Klinikum mit immer weniger Geld auskommen. Rund 11300 Patienten hat das medizinische Personal im vergangenen Jahr behandelt. Das ist im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren zwar eine leichte Steigerung. Aber: Nach kritischen Jahren mit Personalabbau und Zukunftssorgen scheint das Vertrauen der niedergelassenen Ärzte und der Öffentlichkeit zur Klinik noch immer nicht vollständig hergestellt zu sein. In anderen Kliniken der Region sind die Patientenzahlen offensichtlich besser. So schreiben die Kliniken in Lingen und Leer schwarze Zahlen.

Die Situation in Papenburg verschärft sich noch, weil die Krankenkasse die Beträge für einzelne Behandlungen gesenkt hat. Mit diesem Problem sind alle Krankenhäuser konfrontiert.

Die Geschäftsleitung des Marienhospitals möchte nun die Finanzlücke mit einer Art Kredit bei den Mitarbeitern stopfen. Demnach sollen die nächsten tariflichen Gehaltserhöhungen um jeweils ein Jahr verschoben werden.

Nach Informationen unserer Zeitung hat die Geschäftsführung auch darüber nachgedacht, stattdessen das Weihnachtsgeld zu streichen. Das hätte ebenfalls fast genau die erforderliche Summe eingebracht, nämlich 1,6 Millionen Euro. Diese Möglichkeit wurde aber mit Rücksicht auf die Mitarbeiter verworfen. Denn eine solche Streichung hätte die einzelnen Beschäftigten zu hart getroffene, ist sich die Geschäftsleitung sicher. Mit der ausgesetzten Lohnerhöhung hofft die Leitung des Hauses, einen sozialverträglicheren Weg beschreiten zu können, um die erforderliche Summe einzusparen.

Die verschobene Lohnerhöhung ist allerdings noch nicht beschlossen. Denn es braucht noch die Zustimmung der Mitarbeitervertretung. Sollte diese Nein sagen, hätte Geschäftsführer Matthias Bitter ein Problem. Dann müsste er sich das Geld wohl bei den Gesellschaftern besorgen.

Anfang des Jahres 2011 war das Hospital in eine finanzielle Schieflage geraten. Öffentlich wurden Defizite in Millionenhöhe. Dann wurde die jährliche Verschuldung immer weiter zurückgefahren. Das wurde allerdings nur möglich, weil die Mitarbeiter Lohnverzicht übten und weil zahlreiche Zeitverträge nicht verlängert wurden. Branchenkenner halten aus diesem Grund einen weiteren Personalabbau zur Einsparung für nicht umsetzbar.