Bezug zur Stadt Xanten Erster Träger des Namens Santen kam vom Niederrhein

Von Winfried Breidbach

Ein als Römer verkleideter Museumsmitarbeiter steht vor dem Römermuseum in Xanten. Aus der Stadt am Niederrhein kam der erste Träger des Namens Santen. Foto: dpaEin als Römer verkleideter Museumsmitarbeiter steht vor dem Römermuseum in Xanten. Aus der Stadt am Niederrhein kam der erste Träger des Namens Santen. Foto: dpa

Papenburg. Unsere Leserin Silvia Santen aus Meppen hat keine Theorie, wie ihr Familienname entstanden ist. Mit fast 800 Namensträgern ist Santen ein recht häufiger Nachname.

Papenburg. Unsere Leserin Silvia Santen aus Meppen hat keine Theorie, wie ihr Familienname entstand.

Mit fast 800 Namensträgern ist Santen ein recht häufiger Nachname. Im Emsland ist ein starkes Zentrum des Namens festzustellen, hier ist etwa ein Fünftel der Familien namens Santen ansässig. Die übrigen leben gestreut in Nordwestdeutschland zwischen Niederrhein und Holstein. Schaut man sich die auf den Namen Santen gemeldeten Telefonanschlüsse genauer an, stellt man fest, dass der Name bei etwa zehn Prozent „van Santen“ lautet. Dazu kommen noch einige wenige „von Santen“.

In den Niederlanden ist der Familienname erheblich häufiger, insbesondere in der Form van Santen, mit insgesamt mehr als 3500 Namensträgern. An Namenvarianten finden sich in Deutschland und in den Niederlanden die Formen Sandten/van Sandten, Sanden/van Sanden, van Zanten und van Zanden.

Die Präposition van „von“ zeigt an, dass ein Ortsname zugrunde liegt. Somit handelt es sich um einen Herkunftsnamen. Die Namensformen ohne „van“ wurden aus älteren zweigliedrigen Namen verkürzt.

Der namengebende Ort ist eindeutig zu identifizieren. Es ist die Stadt Xanten am unteren Niederrhein im Landkreis Wesel. Seit dem 9. Jahrhundert war die Stadt bekannt als Zentrum der Verehrung des heiligen Viktor. Die Gebeine dieses heiligen Märtyrers und der mit ihm zusammen hingerichteten Angehörigen der Thebäischen Legion lagen unter dem Dom St. Viktor zu Xanten.

„Bei den Heiligen“

In den ältesten Zeugnissen im 8. Jahrhundert lautete der Ortsname lateinisch „(ad) Sanctos“, was „bei den Heiligen“ bedeutet: namengebend waren die Heiligengräber unter der Domkirche. Seit dem 10. Jahrhundert wurde der Ortsname zunehmend mit X- geschrieben, für diese Abänderung kommen verschiedene Gründe in Frage. Die der ursprünglichen Form entsprechenden Schreibungen mit S- waren noch lange Zeit in Gebrauch. Im niederländischen Gebiet setzte sich die Schreibweise Zanten durch, wobei Z- als stimmhaftes S- gesprochen wird. In der niederrheinischen Mundart der Region um Xanten heißt die Stadt heute noch Santen oder Sante. Die schriftsprachliche Aussprache mit X- (phonetisch Ks-) nach der Schreibung hat sich also dort bis heute nicht durchsetzen können.

Die Familiennamen van Santen, van Sandten usw. benannten den jeweils ersten Namensträger einer Familie als „aus Xanten stammend“.

Einige ältere Belege: 1450 „Hans von Santhen“ (Calbe), 1498 „Bernt“, „Johan“ und „Wessel van Santen“ (Emsbüren), 1536 „Thonniß von Sancten“ = 1543 „Thonis von Sandten“ = „Thonis von Zantten“ (Ottfingen bei Olpe).

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