Keine Kunden mehr Aschendorfer Ado-Nachfolger Heimtex meldet Insolvenz an

Von Stefan Prinz

Ohne Auftrag: Heimtex hatte für Ado den Vertrieb und die Lagerung der Textilien übernommen.Ohne Auftrag: Heimtex hatte für Ado den Vertrieb und die Lagerung der Textilien übernommen.

Aschendorf. Der Aschendorfer Ado-Nachfolger Heimtex Logistik und Service GmbH hat Insolvenz angemeldet. Damit geht das Unternehmen einen Weg, der schon Anfang dieses Jahres absehbar war. Denn der einzige Kunde des Unternehmens ist der hessische Textilverlag Zimmer & Rohde gewesen.

Ende Februar hatte dessen Geschäftsführer Andreas Zimmer überraschend erklärt, dass die laufenden Verträge mit Heimtex nicht verlängert würden. Fast 90 Mitarbeiter waren davon betroffen. Heimtex hatte im vergangenen Jahr noch Aufträge in zweistelliger Millionen-Höhe für Zimmer und Rohde übernommen. Heimtext war für Lagerung und Vertrieb der Ado-Textilien zuständig.

Der Grund für die Trennung: Die Aschendorfer hätten einen festen Vertrag für vier Jahre ohne Kündigungsfrist gefordert. „Das können wir nicht akzeptieren“, so damals Zimmer & Rohde-Geschäftsführer Andreas Zimmer.

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Die Forderung nach einem vierjährigen Vertrag sei aber für Heimtex überlebensnotwenig, betonte Edgar Ebeling, Geschäftsführer der Dachgesellschaft Bothorn. Nach der Insolvenz der Schwesterfirma DTF „müssten wir größere Investitionen tätigen, um für Heimtex Maschinen und Computer aus der Insolvenzmasse zu kaufen“.

Das sei nur möglich, wenn es von Zimmer & Rohde die Zusage für eine mehrjährige Zusammenarbeit gebe. „Sonst ist das Risiko zu hoch.“Nachdem die Ado-Erben Klaus und Andreas Wulf aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten zunächst die Markenrechte des Gardinenherstellers an den hessischen Textilverlag Zimmer & Rohde verkaufen mussten, wurde Ado in ein komplexes Firmengeflecht aufgespalten.

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Von diesen Firmen existiert nach Informationen unserer Zeitung nur noch die Firma Marido, die gemeinsam mit Heimtex für Vertrieb und Lagerung der Textilien zuständig gewesen ist.

Außerdem existiert noch Rileta. Diese Nachfolgefirma hat den Zuschnitt der Gardinen erledigt. Die meisten der über 200 Mitarbeiter von Rileta sind derzeit in Polen beschäftigt. An Rileta ist nach Informationen aus Branchenkreisen auch der letzte Ado-Geschäftsführer Heinz Otto Müller beteiligt.

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