Verweigerte Geld-Forderung Kroaten sind Opfer im Papenburger Werft-Streit

Von Stefan Prinz

Streit-Opfer sind auch kroatische Schweißer. Foto: dpaStreit-Opfer sind auch kroatische Schweißer. Foto: dpa

Papenburg. Zwei Subunternehmen der Papenburger Meyer Werft streiten sich um viel Geld. Die Leidtragenden sind die Beschäftigten.

Die kroatische Firma Vrhovine fordert vom Emder Personaldienstleister Dirks viel Geld – rund 400000 Euro. Denn Vrhovine hatte einen Auftrag vom Emder Personaldienstleister Dirks bekommen, den Dirks wiederrum von der Meyer Werft erhalten hat. Vrhovine sollte mit seinen 40 Männern, darunter Schweißer und Schlosser, Arbeiten im Laserzentrum und in der Blockmontage ausführen.

Dirks hat nach eigenen Angaben mittlerweile die Zusammenarbeit mit den Kroaten beendet. Der Grund: Die Arbeiten seien nicht zur Zufriedenheit von Dirks erfolgt, teilte ein Sprecher mit. Aus diesem Grund habe man die Geschäftsbeziehungen nicht verlängert. Die zuvor vertraglich vereinbarte Summe habe man jedoch beglichen, betont der ostfriesische Personaldienstleister.

Offensichtlich stellen die Kroaten aber Nachforderungen wegen unvorhersehbarer Probleme während der Auftragsarbeiten. Diese haben zu höheren Kosten geführt. Geld, das man nun mithilfe von Rechtsanwälten bei Dirks einfordert.

Von Dirks heißt es, die Firma sei sogar bereit, einen Teil dieser Summe zu zahlen, eine Nachforderung in Höhe von 400000 Euro sei jedoch weit überzogen. Die genaue Summe, die Dirks den Kroaten geboten hat, wollte der Sprecher allerdings nicht nennen. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um weniger als 100000 Euro.

Der Streit zwischen den beiden Firmen ist mittlerweile eskaliert. Vrhovine hat Dirks gedroht, den Streit öffentlich zu machen, wenn die Firma nicht zahle. Dirks weigert sich trotzdem.

Die Leidtragenden sind die 40 Kroaten, die für Vrhovine und Dirks auf der Werft gearbeitet haben. Die meisten der Männer wurden zwischenzeitlich kurzerhand zurück in ihr Heimatland geschickt. Lediglich einige wenige Arbeiter warten noch in Papenburg.

Aus informierten Kreisen heißt es, dass die Arbeiter mindestens einen Monatslohn bisher nicht erhalten haben. Das unerwartete Ende ihrer Aufträge wirft noch ein anderes Problem auf: Denn die emsländischen Vermieter, bei denen die Männer untergekommen sind, bestehen auf der mehrmonatigen Kündigungsfrist der Mietverträge, sodass auch dort mehrere Tausend Euro fällig werden.

Die Firma Vrhovine ist nach eigenen Aussagen durch die ausstehenden Zahlungen in ihrer Existenz gefährdet. Die Meyer Werft hält sich zumindest öffentlich aus dem Geld-Streit raus. Auf Nachfrage unserer Zeitung war das Papenburger Traditionsunternehmen in der Sache nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Dirks musste sich zuletzt vor einem halben Jahr gegen Forderungen von osteuropäischen Arbeitern öffentlich zur Wehr setzen. Im März hatten 150 Werftarbeiter gestreikt, um von Dirks deutsche Arbeitsverträge zu bekommen. Dabei bekamen die Männer unter anderem zugesichert, dass Überstunden unmittelbar in dem Monat ausgezahlt werden, in denen diese anfielen. Zeitkonten, mit denen Überstunden später durch Freizeit abgegolten werden sollten, wurden abgeschafft.